RadioTalk mit Regisseur Peter Ohlendorf – Freitag, 30.11.18, 19 Uhr im Livestream

Am 12. Dezember 2018 wird der Dokumentarfilm “Blut muss fließen – Undervover unter Nazis” in zwei Vorstellungen im KDW Neumünster gezeigt. Wir sprechen mit dem Regisseur Peter Ohlendorf über die Enstehung und Geschicht des Films. Der Film stellt sich in die Kampagne gegen den Rechtsextremen Treffpunkt “Titanic” in Neumünster. Clement von der Antifaschistischen Aktion und Angelika Beer vom Verein für Toleranz und Zivilcourage sprechen über die Kampagne “Mehr Eisberge – Titanic versenken”  und die Situation in Neumünster.

„Blut muss fließen“ – Undercover unter Nazis
Ein Film von Peter Ohlendorf, Deutschland 2012

HOCHBRISANT
Der Sänger grölt Gewaltparolen, die Neonazis toben, die Arme gehen hoch zum Hitlergruß: Als der Journalist Thomas Kuban zum ersten Mal ein Neonazi-Konzert mit versteckter Kamera dreht, ermöglicht er Einblicke in eine
Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender wagt. Neun Jahre später hat er fünfzig Undercover-Drehs hinter sich, auch jenseits deutscher Grenzen. Ein Lied begegnet ihm immer wieder: „Blut muss fließen knüppelhageldick…“.
Hochbrisant und einzigartig ist das Material, das er unter extremen persönlichem Risiko zusammengetragen hat. Es dokumentiert hautnah, wie junge Leute mit Rechtsrock geködert und radikalisiert werden. Gemeinsam mit dem Filmemacher Peter Ohlendorf reist er noch einmal zurück an Orte, an denen er undercover gedreht hat. Im Fokus steht dabei die Frage, die er auch auf der politischen Ebene zu klären versucht: Wie ist es möglich, dass
auf der rechtsextremen Partymeile über alle Grenzen hinweg gefeiert werden kann?
HOCHAKTUELL
Rund 15 Jahre hat Thomas Kuban in der Neonaziszene recherchiert. Knapp neun Jahre davon hat er mit versteckter Kamera gearbeitet und dabei erschreckende Eindrücke gesammelt, die viel zu lange kaum beachtet worden
sind. Veraltet sind seine Aufnahmen bis heute nicht. Ganz im Gegenteil, der Film ist hochaktuell.
(…)
Auch im Jahr 2018 finden große Open Air-Events statt, die großen Zulauf aus der Naziszene haben. Die traut sich immer mehr nach außen, gleichzeitig können geheim organisierte Konzerte der extrem gewaltbereiten Naziszene mit
strafrechtlich relevanten Liedtexten nach wie vor durchgeführt werden. Letztes Jahr wurden so viele neonazistische Konzertveranstaltungen registriert wie nie zuvor: 296 rechtsextreme Musikveranstaltungen zählten die Behörden 2017 bundesweit. Für Thomas Kuban war das Anlass, sich noch einmal in ein klandestines Nazikonzert in Thüringen einzuschleusen und damit auch zu beweisen, dass die Polizei in Thüringen bei diesen mit Mordaufrufen
aufgeladenen Veranstaltungen immer noch untätig bleibt. Auf FilmFaktum läuft  dazu seit Wochen eine publizistische Aktion:
https://www.filmfaktum.de/projekte/zur-rechten-zeit-er-ist-wieder-da/

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