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FLECKENHÖRER vom 24.02.2025

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 24. Februar 2025. Wie immer zum Fleckenhörer-Beginn die Meinung der Redaktion, nicht des Freien Radios: Deutschland hat gewählt und Deutschland hat zu 20% Nazis gewählt. Zum Vergleich: 1930 lag die Zustimmung für die NSDAP bei 18,33%. Ein Fünftel der Wähler schickt eine rechtsextreme und antisemitische Partei in den Deutschen Bundestag. Der neue Kanzler wird ein machtgeiler Spinner aus dem Sauerland. Neumünster hat noch krasser rechts gewählt. Die rechten Parteien kommen hier auf über 50%, die AfD wird zweitstärkste Kraft mit 22,3 Prozent, der Kandidat der AfD drittstärkster Bewerber. Sandra Carstensen, noch vor kurzem völlig unbekannt in Neumünster, gewinnt den Wahlkreis. Olaf Scholz ist Geschichte. Aber nun das krass Positive: Die FDP macht den Teletubby und sagt Winke Winke. Herr Lindner ist zurückgetreten, auch von Herrn Kubicki werden wir wohl bald nichts mehr hören müssen. Aber das Wahlergebnis ist für mich nur noch mehr Ansporn. Jetzt sind wir als Zivilgesellschaft mehr denn je gefordert, uns weiterhin dem Hass entgegenzustellen. Wenn Friedrich Merz fragt, wo die Antifa ist: Die Antifa demonstriert, kämpft gegen rechte Strukturen, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Transfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, für gleiche Rechte für alle. Es wird unter einem Kanzler Merz zu vielen sozialen Verschärfungen kommen. Hoffen wir, dass durch eine progressive Komponente in der Regierung keine rassistische Politik in Regierungshandeln mündet. In diesem Sinne hoffen wir auf das Beste.

Unsere Themen heute:
+++ IG BAU kritisiert: Nur „triste 37 Cent“ für die buntesten Jobs in Neumünster
+++ Neue Abfrage der Deutschen Umwelthilfe zu Anwohnerparkausweisen: Immer mehr Städte erheben höhere Parkgebühren – auch Neumünster, aber nicht bei Anwohnerparkausweisen
+++ Greenpeace-Stellungnahme zum neuen EU-Sanktionspaket gegen die russische Schattenflotte

Musik:
Mono & Nikitaman (Berlin)
Molchat Doma (Belarus)
Rumkicks (Südkorea)
The Neighborhood Kids (San Diego, USA)

FLECKENHÖRER vom 13.01.2025

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 13. Januar 2025 – im schwarzen Januar vor genau 25 Jahren brach in Baku, der Hautstadt Aserbaidschans, ein neuntägiges Pogrom aus, dem rund 90 Armenier zum Opfer fielen. Neben Morden, mehrheitlich verübt durch Schläge und Messerstiche, kam es auch zu Einbrüchen und Überfällen. Zudem wurden Häuser von Armeniern in Brand gesteckt. Schwangere Frauen und Säuglinge wurden belästigt, kleine Mädchen wurden vor den Augen ihrer Eltern vergewaltigt, christliche Kreuze wurden auf ihre Rücken gebrannt, und sie wurden aufgrund ihres christlichen Glaubens missbraucht. Laut einem Reporter der Human Rights Watch waren die Angriffe keineswegs spontan, da die aserbaidschanischen Angreifer Listen von Armeniern und ihren Wohnanschriften besaßen. Die Pogrome wurden erst durch den Einmarsch der Sowjetarmee beendet, nachdem die aserbaidschanischen Behörden den Soldaten des Innenministeriums den Befehl gegeben hatten, bei den Randalen in Baku nicht zu intervenieren.

Dieser regionale Konflikt hatte eine hohe Sprengkraft. Diese Sprengkraft besitzt auch der Antritt der AfD zur Bundestagswahl. Aus Sachsen und dem gesamten Bundesgebiet demonstrierten am 11. Januar 15.000 Menschen in Riesa. Das Bündnis „Widersetzen“ konnte den Normalbetrieb der AfD nachhaltig stören: Denn noch nie wurde ein Parteitag der rechtsextremen AfD so stark verzögert. Ob in Riesa oder irgendwo anders: faschistische Politik darf nie unwidersprochen bleiben. Danke geht auch raus an einen unserer Redakteur:innen der Cafe Alerta Redaktion, die von dort berichteten.

Unsere Themen heute:
+++ 15.000 Menschen widersetzten sich in Riesa der AfD – und füllten die Straßen mit Solidarität.
+++ Ein Cent auf Einweg-Plastiktüten für Obst und Gemüse bei Kaufland: Deutsche Umwelthilfe kritisiert Tüten-Cent als dreistes Greenwashing
+++ Greenpeace-Stellungnahme zum havarierten Öltanker der russischen Schattenflotte vor Rügen
+++ Umweltbelastungen durch Raketenstarts in der Nordsee

Musik:
Estrella Rochen (Flensburg)
Schimpfpflicht (Witzenhausen)
Schon Vida Pleite (Bonn)
Moral Pollution (Michigan/USA)