Pastor Karl Keding im Nationalsozialismus

Am 13. November findet die konstituierende Sitzung der Kommission zur Überprüfung der Umbenennung von Straßen in Neumünster statt. Die Abteilung Stadtplanung/Erschließung schreibt in ihrer Einladung: „Herr Professor Danker hat seine Teilnahme als sachverständiges Mitglied in der Kommission bestätigt. Auch die Teilnehmer aus den anderen Fraktionen wurden überwiegend benannt, so dass nun die Kommission ihre Arbeit aufnehmen kann.“ Wir haben den Pastor-Keding-Weg in Neumünster-Faldera unter die Lupe genommen.

Ausstellung “Revolution 1918”

Wie kein anderes Ereignis in Schleswig Holstein hat der Matrosen- und Arbeiteraufstand im November 1918 die deutsche und europäische Geschichte beeinflusst. Er löste einen Flächenbrand aus, der innerhalb von nur einer Woche das Wilhelminische Kaiserreich zum Einsturz brachte, den ersten Weltkrieg beendete und den Weg in die Weimarer Republik ebnete. Das Land Schleswig Holstein widmet den Ereignissen von 1918 eine Wanderausstellung, die noch bis November durchs Land touren wird. Sie zeigt in zwei Hochseecontainern die Ereignisse in Kiel und Schleswig Holstein, ihre Voraussetzungen und Folgen im spannenden Revolutionsjahr 1918 bis zur Ausrufung der Republik am 9. November.

Einweihung des Anni-Wadle-Wegs in Kiel

Anni Wadle war eine Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Ihren Mut musste sie mit KZ-Haft und Misshandlungen bezahlen. Sie war Kommunistin und Antifaschistin und starb 2002 in Neumünster. Nun hat die Stadt Kiel eine Straße nach ihr benannt. Der Anni-Wadle-Weg gleich neben dem neuen Bad an der Hörn soll an sie erinnern. Rubi war mit dabei und hat uns einige Eindrücke mitgebracht.

Der Maler Heinrich Basedow im Nationalsozialismus

Der Maler Heinrich Basedow der Jüngere starb bereits 1994 in Kiel. Erst jetzt sind seine Arbeiten wieder öffentlich zu sehen. Er zeichnete vorwiegend Naturbilder und Portraits. 1978 sollte er dafür den Kulturpreis der Stadt Kiel erhalten. Doch seine Rolle im Nationalsozialismus wurde erstmals öffentlich zum Thema. Er nahm den Preis schließlich nicht an. Bereits 1930 war er der NSDAP beigetreten und war später in der SA und in der Wehrmacht. 1936 malte er ein Bild Adolf Hitlers und bewarb sich damit bei der Großen Deutschen Kunstausstellung, einer Leistungsschau der Kunst im Nationalsozialismus. Dennoch heißt die aktuelle Ausstellung in Neumünster “Ich habe immer nur das Schöne gemalt…” Das war Anlass für uns, mehr über den Maler Heinrich Basedow im Nationalsozialismus zu erfahren.

Massensuizid 1945 in Demmin

Im Frühjahr 1945 wurde die Kleinstadt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern zum Ort einer schrecklichen Tragödie. Hunderte Menschen nahmen sich das Leben. Sie schnitten sich die Pulsadern auf, vergifteten oder erschossen sich. Eltern töteten erst ihre Kinder und dann sich selbst. Sie sollen sich aus Angst vor der heranrückenden Roten Armee umgebracht haben – so die dominierende Erzählung. Gründe für den Massensuizid gab es allerdings viele, sei es die eigene Schuldhaftigkeit an Verbrechen oder ein eigentlich tiefes Vertrauen in den gescheiterten Faschismus. Zwar waren die Massensuizide in Demmin nicht einzigartig, sie fanden in ganz Deutschland statt. In Demmin aber gab es im Vergleich zur Gesamtbewohnerzahl auffällig viele Selbsttötungen. Ein offener Umgang mit diesem Ereignis blieb in der Stadt bis heute aus. Die Leerstelle, die in der Aufarbeitung des Ereignisses besteht, besetzten Neonazis, die jährlich am 8.Mai einen Trauermarsch in Erinnerung an den Massensuizid veranstalten. Die Geschichte des Massensuizids und die unterschiedlichen Rezeptionen dazu sind Ausgangspunkt des Films “Über Leben in Demmin” von dem Regisseur Martin Farkas. Der Film ist ein Portrait über die Stadt Demmin und über ihre Bewohner und Bewohnerinnen, die der Massensuizid vor 73 Jahren noch immer nicht loslässt. Steffi von Radio Corax hat sich mit Martin Farkas über seinen Film unterhalten.

Zeitgeschichtliche Forschung in Neumünster

Dr. Alfred Heggen ist für seine zahlreichen zeitgeschichtlichen Forschungen über Neumünster bekannt. Im Interview mit Ingo Schumann berichtet er über ein neues Buchprojekt, das im nächsten Jahr erscheinen soll. Aber auch alte, nur noch antiquarisch erhältliche Publikationen von Herrn Heggen wie das “Projekt Zeitgeschichte Neumünster” erhalten gerade wieder neue Aktualität, es gab beispielsweise auch in Neumünster einen Arbeiter- und Soldatenrat. Gerade im Jahr des Matrosenaufstands von Kiel sollte dieser Vereinigung vielleicht ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Wer mehr über die spannenden Buchprojekte von Herrn Dr. Heggen erfahren möchte, dem empfiehlt sich auch ein Gang zur Stadtbücherei Neumünster. Dort ist beispielsweise die Dokumentation “Neumünster im Zeichen des Hakenkreuzes” zu den Jahren 1933/1934 erhältlich.

Gedenktag an Opfer des Nationalsozialismus 2018 in Neumünster

Anlässlich des bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und dem internationalen Holocaust-Gedenktag, wurde auch am 27. Januar 2018 in Neumünster daran erinnert und gemahnt. Die unvorstellbaren Verbrechen, die Deutsche und ihre Helfer vor allem zwischen 1941 und 1945 systematisch umsetzten und den Tod von ca. 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens und vielen weitere Millionen Frauen, Männern und Kindern bedeuteten, sollen niemals vergessen werden. Wir dokumentieren an dieser Stelle die Rede zur Gedenkveranstaltung am Rathaus Neumünster vom vergangenen Samstag. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras erinnerte an die verschiedenen Opfer u. a. Homosexuelle, die gezielt verfolgt, gefoltert und ermordet wurden. Er verwies auch auf die aktuelle Situation und die Herausforderungen, die es in Neumünster in der Auseinandersetzung mit menschenfeindlichen Gedankengut gibt.

“Q”-Die neueste Theaterproduktion von Thomas Ebermann

“Q” ein mysteriös klingender Titel zu einem mysteriösen Stück. Ein italienisches Autorenkollektiv namens Luther Blisset schreibt einen Roman, der in der Reformationszeit spielt und Thomas Ebermann macht daraus zusammen mit seinem Koautor Berthold Brunner und einem Schauspielerensemble eine szenische Lesung, in der es um die verschiedenen Strömungen jener Zeit geht und die zum Teil nicht nur gegen den Papst, sondern auch gegen den großen Reformator Martin Luther opponieren. In unserem Interview äußert sich Thomas Ebermann über seine Lust am Theater machen und daran, das Personal in den Vordergrund zu stellen, das von der offiziellen Geschichtsschreibung oft vernachlässigt oder ganz unterschlagen wird.

Erinnerung in Wittorf an die Todesmärsche im April 1945 (Teil II)

Bei der Aufstellung der Tafel am Samstag, den 18. November um 11 Uhr auf dem Rast­platz an der Altonaer Straße in Neumünster Wittorferfeld südlich der Einmündung der Straße „Am Hochmoor“ drängten sich ca. 50 Menschen unter einem Pavillon, um sich vor dem heftigen Herbstregen zu schützen. Wie der Erste Stadtrat Herr Carsten Hillgruber in seiner Eröffnungsrede betonte, waren die beiden Opfer nicht nur Opfer, sondern haben auch selbst Schuld auf sich geladen. Aber es ist trotzdem wichtig, sich an sie zu erinnern.

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