Frauen in der Geschichte Neumünsters – Neuauflage nach 2014

Screenshot zum Ausstellungsflyer “Frauen in der Geschichte Neumünsters”

Bereits im Jahr 2017 hat die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Neumünster, Michaela Zöllner, zum Thema Straßenbenennungen nach herausragenden weiblichen Persönlichkeiten berichtet. Damals waren in Neumünster von 180 Straßen nur 14 nach Frauen benannt worden. Bei Schulen war die Lage noch dramatischer: Nur zwei der insgesamt 15 Schulen trugen den Namen einer Frau. 

Nach dieser Information im Stadtteilbeirat Faldera beschäftigte sich Heide Winkler ehrenamtlich und aufopferungsvoll mit Frauen, die in unserer Stadt, die immer noch Otto von Bismarck zu ihren Ehrenbürgern zählt, gewirkt haben. 

In der Frauendatenbank Neumünster sammelt sie die Daten und Leistungen aller Frauen in der Geschichte Neumünsters, die ihre Spuren in der Stadt bzw. in den Stadtteilen, die vielleicht früher noch nicht zu Neumünster gehörten, hinterlassen haben. Alles, was niedergeschrieben ist, gerate nicht in Vergessenheit, so die Gleichstellungsbeauftragte Michaela Zöllner im Stadtteilbeirat Wittorf vom 21. März 2018. 

Am 1. September 2021 stellte Heide Winkler nun ihr Projekt vor. 14 Frauen hat sie in der Spurensuche biografisch “aufgearbeitet”. Darunter sind manche Persönlichkeiten, die verschiedener nicht sein können. 

Ausweis “Politische Gefangene” von Anni Wadle (aus Familienbesitz)

Auf der politisch eher linksorientierten Seite Anni Wadle, die aktiv im Widerstand gegen die Nazidiktatur gestanden hat und ihr ganzes Leben als Kommunistin für Frieden und Abrüstung wirkte.  

„…Ihr Jungen müßt alles Unrecht aufspüren, seid wachsam, deckt alle neofaschistische, rassistische, völkerfeindliche und den Krieg verherrlichende Anzeichen auf. Seid wachsam, damit verhindert wird, dass aus den vielen mehr oder weniger getarnten neofaschistischen Gruppen und Parteien wieder eine SA und SS wird.“  (Anni Wadle)

Auf der anderen Seite auch eine Lieselotte Juckel, die ein langes demokratisches politisches Leben in der CDU lebte, aber im Dritten Reich eben auch aktiv für den Nationalsozialismus tätig gewesen ist (als Mitglied im BDM, DAF und KDF) und deren Mann in der Waffen-SS war, die er „als gute and anständige Sache ansah“. 

Es ist wichtig, dass wir uns an alle diese Frauen erinnern, um nachfolgenden Generationen davon erzählen zu können. Bemerkenswert wirkt auch das Schaffen von Marie Hinselmann, der Brauereibesitzertochter, und Marie Harms, ihrer Großmutter, die einen Brauereibesitzer heiratete und bis zuletzt rüstig in der Gastwirtschaft “Aukrug” am Kleinflecken Bier zapfte. Beide Frauen wurden 102 Jahre alt.

Alle Biografien sind auf der Seite der Gleichstellungsstelle der Stadt Neumünster nachlesbar:

Frauen in Neumünster · Stadt Neumünster (neumuenster.de) 



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