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reinigungskräfte

FLECKENHÖRER vom 12.01.2026

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 12. Januar 2026! Heute schicke ich gleich einen wichtigen Veranstaltungstipp vorweg: Am 18. Januar jährt sich zum 30. Mal der rassistisch motivierte Brandanschlag auf die damalige Geflüchtetenunterkunft in der Lübecker Hafenstraße 52. Bei der Tat verloren zehn Menschen ihr Leben, 38 weitere wurden teils schwer verletzt. Bis heute ist dieser Akt menschenverachtender Gewalt nicht aufgeklärt.

Die Hansestadt Lübeck und die Initiative „Hafenstraße 96“ erinnern jedes Jahr an dieses dunkle Kapitel der Stadtgeschichte. Das Gedenken an die Opfer ist ein Zeichen des Respekts – und zugleich ein Mahnmal gegen Rassismus und rechtsextreme Gewalt. Die diesjährige Mahnwache findet am 18. Januar um 12 Uhr am Mahnmal an der Ecke Hafenstraße und Konstinstraße statt.

Im Vorfeld des 30. Jahrestags lädt der Landesbeauftragte für politische Bildung Schleswig-Holstein am 13. Januar um 18 Uhr zu einer öffentlichen Veranstaltung im Landeshaus in Kiel ein. Unter dem Titel „Der Brandanschlag in der Lübecker Hafenstraße – 30 Jahre danach“ diskutieren Politik, Justiz und zivilgesellschaftliche Initiativen in einem Podiumsgespräch unter anderem, warum die Tat bis heute nicht aufgeklärt ist und wie Erinnerungskultur und politische Bildung das Bewusstsein für demokratische Verantwortung stärken können.

Das sind unsere Themen im Fleckenhörer heute:
+++ 15 Euro pro Stunde ist das Minimum fürs Saubermachen in Neumünster
+++ Wirtschaftsausschuss berät erneut über Northvolt
+++„Kunst allein reicht nicht aus“: Helena Nikonole hat Kameras in Russland gehackt und Anti-Kriegsbotschaften verbreitet

Musik:
Sidewalks and Skeletons (UK)
Showing Teeth (USA)
AFI (USA)
Goat (SE)

FLECKENHÖRER vom 06.01.2025

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 6. Januar 2025.

Am 7. Januar 2005 verbrennt Oury Jalloh – an Händen und Füßen gefesselt – in der Zelle 5 im Polizeirevier Dessau (Bundesland Sachsen-Anhalt). Am Tatort wird kein Zündmittel gefunden. Drei Tage später taucht im Labor des Landeskriminalamtes ein Feuerzeugrest auf. Die polizeilichen Ermittler behaupten, dass dieser Feuerzeugrest aus den Brandresten der Zelle 5 stammt und unter dem Leichnam von Oury Jalloh gelegen haben soll. Die polizeiliche Ermittlungsausrichtung beschränkt sich auf die „Selbstentzündungsthese“. Es wird zu keinem Zeitpunkt in Richtung Mord ermittelt. Es konnten keine Spuren von Ourys Kleidung oder der Matratze, geschweige denn seine DNA am Feuerzeug gefunden werden. Dafür hunderte Faserreste und DNA, deren Herkunft bis heute von den zuständigen Behörden nicht geklärt wurde. Nach etlichen Gutachten, die die Mordthese belegen, reicht der Bruder von Oury Jalloh, Mamadou Saliou Diallo, Mitte 2023 eine Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg ein. Er macht Verstöße Deutschlands gegen die Europäische Menschenrechtskonvention geltend. Morgen um 14 Uhr wird es in Dessau eine Gedenkdemonstration zum 20. Todestag von Oury Jalloh geben. Oury Jalloh – es war Mord!

Die nächsten Tage werden sicher auch spannend, denn am 11.1. soll der AfD Bundesparteitag in Riesa stattfinden. Gruppen in ganz Deutschland rufen dazu auf, diesen zum Desaster zu machen. Also legt euch euren Jahresvorrat an Nudeln an, beteiligt euch an den Aktionen und fahrt nach Riesa.

Unsere Themen heute:
+++ Der Arbeitsmarkt in Mittelholstein und Neumünster im Dezember 2024
+++ Reinigungskräfte bekommen mehr Geld: Mindestens 14,25 Euro pro Stunde für die „saubersten Jobs“ in Neumünster
+++ Veranstaltungshinweise

Musik:
Leftovers (Österreich)
Siekiera (Polen)
Benzin (Berlin)
east german beauties (Eisenhüttenstadt)