Dschungel

Unzählige Gesetze und Regeln beeinflussen und beschränken teilweise unser Leben und unseren  Alltag. Der Ruf nach neuen ist laut, obgleich bestehende unbekannt sind. Gesetze regeln unsere Rechte und Pflichten. Um sie ändern zu wollen, haben wir uns mit ihnen zu beschäftigen. Diese Sendung soll dazu beitragen, ein wenig Licht in den vorhandenen Paragrafendschungel zu bringen. Die Paragrafen 218 und 219 Strafgesetzbuch (StGB) stehen im Mittelpunkt. Ute Kringel – pro familia und die Gießener Ärztin und Buchautorin Kristina Hänel klären auf.


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2 Gedanken zu „Dschungel“

  1. Nicht nur “Hartz IV macht mundtot” – sondern alle Bereiche, in denen etwas “verteufelt” aber “systemisch genutzt” werden soll.***
    Man wird für all das in Haftung genommen, was man tut, darf nicht darüber sprechen – das ist wirklich pervers. “Lebensschützer” schützen kein Leben, denn der einzige Mensch, der entscheiden sollte, ob er in seinem Bauch ein kleines Leben wachsen lassen will, sollte die Schwangere sein. Alle anderen müssen frei ihre Meinung äußern können – bedenklich wird erst, wenn man die Schwangere DRÄNGT etwas bestimmtes zu tun und sie mit SCHULD überfrachtet. Ebenso wie gesellschaftlich mit Vaterschaft umgegangen wird – Schuldzahlungsknechtschaft – das erzeugt und vertieft Konflikte, die teilweise Abtreibungen im heutigen Gesellschaftlichen Kontext notwendig machen. Wieviele wirtschaftsindikationen gibt es für Schwangerschaftsabbrüche? Wie viele passieren aus Angst vor Gesichtsverlust in einer Welt, in der eine Frau einfach nur ein ungeplantes Kind “durch sich durchlassen” würde, ohne dafür wirtschaftlich und lebensplanerisch mehr verregelt zu werden als wenn sie an einer anderen Stelle der kapitalistischen Verwertungskette “an einem Kind tätig wäre”?
    Man stelle sich vor im anderen Extrem, man bzw. frau würde keine Ärzte mehr finden, die abtreiben. Aus Angst vor den menschengemachten rechtlichen Konsequenzen (wie sie hier ja offenbar Ärztinnen erfuhren) würden die mundtot gemachten Abtreibungsärzte nicht mehr abtreiben (außer bei unmittelbarer Lebens- oder geäußerter Suizidgefahr der Schwangeren). Wäre dann so eine moralapostoline “unsere” Gesellschaft willens, all diese ungewollten Kinder auch konsequent auf staatliche Kosten großzuziehen, wenn die Eltern sich eben dieser aufgedrückten Rolle nicht stellen und auch nicht mittelalterlich sich bestraft fühlen wollen, (schon gar nicht falls der Sex nicht (ganz) einvernehmlich war)? Würde so ein Lebensschützer das Kind seiner Nachbarin großziehen, ohne ihr das irgendwie in Rechnung zu stellen?
    Hmmm… das sollte ZUERST überdacht werden, bevor man sich LEBENSSCHÜTZER nennt und statt dessen auf HEXENJAGD gegen Frauen oder Ärzte geht…!
    Ein LEBENSSCHÜTZER fängt bei sich selber an: treibt aus dem EIGENEN Körper kein Kind ab und fängt Kinder einvernehmlich (!) von denen auf, die es selber nicht bewältigen (können oder wollen!). Er zwingt aber nicht, dass andere als Gebärautomaten zu funktionieren haben oder Unterhaltsdienste zu erfüllen haben. Denn wer das verlangt, ist nur ein heuchelnder Versklavungstreiber, kein LEBENSschützer.
    Übrigens: Ist eigentlich nicht JEDE von einer Frau nicht gewollte Schwangerschaft eine MEDIZINISCHE INDIKATION, eine Art “Unfall”, in welchem frau Heldin wäre, wenn sie trotz dessen das Kind gebären könnte? Aber eben nicht jede solch eine “Heldin” sein kann oder WILL und “abnahmehilfe” bekommen darf?
    Das würde den ekelhaften Ansatz von “Sünde” und daraus resultierender Legitimation von Fremdbestimmung beenden und dennoch “Leben schützen” – weil nämlich die Kraft von Frauen, die gern ein Kind hätten entgegen allen wirtschaftlichen Erfordernissen gestärkt werden könnte, die der anderen aber endlich nichtmal dem Papier nach kriminalisiert werden würde!
    Also mit der Aufmerksamkeit, mit der jetzt Ärzt*innen bedrängelt werden und Leute noch immer zu klerikalen Schulddenkweisen erzogen werden sollen, sollten lieber freibestimmte “Gebährwillige” (auch gegen den Ethos von Hartz IV und Verfügbarkeit) positiv unterstützt werden. Lasst die Leute, die abtreiben, in Ruhe! Wenn es auf Rezept geht, das rein kostenneutral sein muss, kann sich keiner bereichern. Dass man dazu umfänglichst aufklärt und am besten vermieden wird, dass es dazu kommt, versteht sich von selbst.
    Ebenso kostenneutral muss es sein, ein Kind gegen seinen ursprünglichen Lebensplan zu bekommen! Nur auf DER Grundlage ist die Entscheidung frei und jedes Leben kann als FEST gefeiert werden. Jeder Anlauf, der nicht geklappt hat, gehört zu den Erfahrungen, die die Seelen machen. Der nicht verteufelt wird, sondern eben die Unvollkommenheit unseres “Schöpfungsentwurfes” zeigt, den man deswegen nicht weniger lieben muss 😉
    Vor allem sollte UNTERHALTSPFLICHT abgeschafft werden – die daraus resultierende Grausamkeit und Verzweiflung übt über (ungewollte) Väter oder gar Ärzt*innen*** Druck aus, die eine Abtreibung wirtschaftlich begünstigen – DORT darf ein “Lebensschützer” agieren, nicht im intimbereich einer Frau!
    Macht Abtreibungen durch Forschung, Achtsamkeit und Individual-GRUNDRECHTEDENKEN nahezu “überflüssig” – statt es Menschen zu verbieten, in deren Köpfen oder Bäuchen jemand nicht steckt.

    Als Kind würde ich meiner Mutter rückwirkend jedes Recht zusprechen, mich abtreiben zu dürfen. Sie hätte in ihren persönlichen Sorgen und unter systematisierter Beeinträchtigung ihrer Lebensführung mein Verständnis gehabt, wenn sie es nicht geschafft hätte mich zu bekommen, was in der DDR einfacher war. Doch schön, dass sie sich den Wünschen von Freundinnen “mich wegmachen zu lassen”, nicht gefügt hat und lieber deren Ausgrenzung ertragen hat, um mich in die Welt zu setzen.
    Ich habe selber auch vom gewollten, aber dann doch mit meiner freiheitlichen Persönlichkeit unzufrienden, Vater meines Kindes partnerschaftlichen Druck und diversen (wirtschaftlichen) Erwartungdruck gespürt, der eine Abtreibung begünstigt hätte. Gut für uns drei, dass ich dem nicht gefolgt bin und auch andersherum als Langzeit- Hartz-IV-Betroffene keine “staatliche Zwangsverehelichung” (Bedarfsgemeinschaft) mit meinem Ex oder irgendeinem Menschen eingegangen bin – auch wenn vor allem der Vater von Ämtern trotz unseres 50/50 Wechsel-Modells für unseren heute 13 Jahre alten Sohn schikaniert wird ob seiner Vaterfreuden.
    Wer das Leben als GESCHENK begreift, verurteilt nicht jene, die dieses Geschenk nicht geben können oder wollen – er verachtet nur jene Denkweisen und Umstände, die fremdbestimmt um den Bauch oder die Arbeitskraft eines Menschen konkurrieren.

    Danke, dass diese Ärztin anderen geholfen hat und helfen wird – schade, dass es oft notwendiger gemacht wird, als es in einer echten freien Gesellschaft notwendig wäre… Schade auch dass Unfallchirurgie oder Traumatherapie gebraucht wird, aber gut, dass es Leute gibt, die einem bei einer wie auch immer eingetretenen Katastrophe bedingungslos helfen und trotz der nahezu kompletten Kapitalisierung der Welt genau das machen, was ihrem innersten Impuls entspricht.
    In dem Sinne würde eine VIELZAHL von Therapien nicht nötig sein, wenn endlich die gesamte Menschheit in Gemeinschaftstherapie ginge – und die, die in Notfällen das jeweils individuell für kleiner empfundene Übel praktisch und auf der Höhe der Zeit umsetzen, vor allem zugelassen und nicht mundtot gemacht werden!

    *** die Perversion angesichts der Diffamierung von Abtreibungsärzten ist ja noch weitreichender. Wird ein als “behindert” eingestuftes Kind auch im 5. oder 6. Monat nicht “korrekt” abgetrieben (also getötet, bevor es aus der Mutter herauskommt), werden die Ärtze in HAFTUNG genommen. Sie müssen dann für den Unterhalt für das durch ihren “Kunstfehler” versehentlich am Leben gelassene und nun noch schwerer pflegebedürftige Kind aufkommen. Wegen dieser GESETZESLAGE ersann man grausamere Methoden des Tötens… Während scheinheilig Frauen und Ärzte im 3. oder 4. Monat wegen Schwangerschaftsabbruch sogar kriminalisiert werden, kippt das Vorgehen komplett, wenn das Kind als vorgeburtlich für behindert erkannt überhaupt ausgetragen wurde… die Perversion kommt nicht von den in diesem System wirkenden Arzt, sondern von einer Fixierung auf UNTERHALT und Zuständigkeitsverpflichtung in der gesamten Gesellschaft. Die spießigen Nachbarn, die dann auch noch als “Lebensschützer” auftauchen, tragen ebenso ihren Anteil daran, dass andere in deren schöne Welt eben KEINE Kinder setzen wollen.
    Man schaue sich die LEICHEN in klerikalen Kreisen an, die prozentual sehr häufigen Missbräuche und Abtreibungen. Wer Abtreibung am lautesten bei ANDEREN verteufelt, zwingt sogar dazu, wenn mal wieder eine Nonne von ihrem Pfaffen geschwängert wurde…

    1. Herzlichen Dank, Lebensgeist, für deinen sehr ausführlichen Kommentar. Das Thema hat offensichtlich bei dir viele Gedanken in Bewegung gebracht. (Ulrike, Moderatorin der Sendung.)

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