Zum Inhalt springen

holocaustgedenktag

FLECKENHÖRER vom 09.02.2026

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 9. Februar 2026! Heute in der Sendung hören wir Louis Pawellek. Er nutzt auch soziale Medien (z. B. TikTok, Instagram), um Erinnerungskultur und persönliche Geschichten von Holocaust-Überlebenden einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Ihr wisst es, ich bin kein Tiktok-Freund. Es laufen derzeit mehrere Verfahren gegen TikTok, z.B. zur Desinformation und Einmischung in Wahlen in Rumänien. Endloses Scrollen, mehrstündige Screentime und ständiges Öffnen der App: Die EU-Kommission nimmt an, dass TikTok nicht genug macht, um die negativen Effekte seiner Plattform zu beschränken, und verlangt drastische Änderungen. TikTok hat nun die Gelegenheit, auf die Vorwürfe zu antworten und das System entsprechend anzupassen. Eine genaue Frist dafür gibt es nicht. Sollte die Kommission nicht mit TikToks Reaktion zufrieden sein, könnte sie im letzten Schritt einen Verstoß feststellen und eine Strafe verhängen. Einige Länder wie Indien und China haben TikTok vollständig für alle Nutzer verboten.

Was war noch? Am 4. Februar 2026 wurde die Antifaschist*in Maja in Ungarn zu acht Jahren Haft verurteilt. Aus Protest demonstrierten am Abend in Berlin bis zu 1.000 Menschen. Auch in Hamburg, Dresden, Erfurt, Freiburg, Nürnberg, Kiel und Potsdam gab es spontane Solidemos auf den Straßen. Maja wurde vorgeworfen in Budapest zum Tag der Ehre Neonazis angegriffen und verletzt zu haben. Statt Beweisen konnte die Staatsanwaltschaft nur Indizien vortragen. Maja wurde 2024 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion illegal von Deutschland nach Ungarn ausgeliefert und sitzt seitdem dort als non-binäre Person unter menschenunwürdigen Zuständen in einem Männerknast in Isolationshaft. Nach dem Urteil gehen sowohl Majas Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft in Berufung. Ungarn hat angedeutet, dass Maja die Haft in Deutschland verbringen darf.

Das sind unsere Themen im Fleckenhörer heute:
+++ Rede zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus von Tobias Bergmann
+++ Lesung von Louis Pawellek aus Anlass des Holocaust-Gedenktags an die verfolgten und ermordeten Sinti und Roma bei der Sinti-Union
+++ LNG-Schiffe vor Landstrom-Problem: NABU-Studie stellt Zukunft der Technologie infrage

Musik:
Cousines like Shit (Österreich)
Die Spitz (USA)
malheur (Münster)

FLECKENHÖRER vom 26.01.2026

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 26. Januar 2026! Am Samstag versammelten sich mehr als tausend Menschen in Kiel, um gegen die Angriffe der syrischen Übergangsregierung auf Rojava zu demonstrieren. Das autonome kurdische Gebiet beinhaltet drei nicht aneinandergrenzende Provinzen entlang der türkischen und irakischen Grenze. Die Demonstrierenden folgten eigenen Angaben zufolge dem Aufruf der Demokratischen Selbstverwaltung von Rojava, „die Revolution zu verteidigen und die Bevölkerung vor einem Massaker zu schützen“. Momentan ist überall viel Wut auf den Straßen. Die Menschen forderten Europa und die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Augen vor den aktuellen Geschehnissen in Rojava nicht zu verschließen. Die Unterstützung westlicher Staaten für den selbsternannten Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa sei eine fatale Entwicklung für den gesamten Nahen Osten und würde „die Gräben zwischen den Völkern“ nur weiter vertiefen. Insbesondere in der Freilassung tausender IS-Gefangener und deren Angehöriger sieht man eine enorme Sicherheitsgefahr für die gesamte Welt. Viele aus Rojava stammende Kurd:innen, die sich an dem Protest beteiligten, bangen um ihre Angehörigen, die nach wie vor in der Region leben. Der ehemalige Terrorist Al-Scharaa war erst letzte Woche bei Friedrich Merz zu Gast, der zu den Angriffen auf Rojava bislang schweigt. „Die Bundesregierung hofiert diesen Islamisten und schaut weg, wenn Armee und Milizen Massaker verüben – erst an den Alawiten, dann an den Drusen und jetzt an den Kurden“, heißt es wörtlich in einer Pressemitteilung der LINKEN dazu. Auch in den nächsten Wochen werden massive Demonstrationen von Internationalist*innen erwartet.

Das sind unsere Themen im Fleckenhörer heute:
+++ Damit Chefs in Neumünster keinen Bogen um 13,90 Euro pro Stunde machen: NGG Schleswig-Holstein Nord fordert mehr Zoll-Kontrollen beim Mindestlohn
+++ „Brückenleuchten“ in Bollingstedt: Muss es wieder einen Toten geben?
+++ Land fördert KI in der Pflege mit etwa 500.000 Euro
+++ Buchvorstellung in Lübeck: Götz Aly über den Nationalsozialismus

Musik:
The Guilt (SE)
Das Günther (Hannover)
Scowl (USA)

FLECKENHÖRER vom 27.01.2025

  • Allgemein

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 27. Januar 2025. Vor 80 Jahren, am 27. Januar, befreiten Soldaten der Roten Armee die noch lebenden Gefangenen im Konzentrationslager Auschwitz, wo über eine Million Menschen von den Nazis getötet worden waren. Die Mütter und Väter des Grundgesetzes gelobten in Erinnerung an diese und weitere Opfer des Faschismus: Nie wieder soll staatliche Gewalt in Deutschland Menschen ihrer Würde berauben. Und es soll nie wieder vorkommen, dass diejenigen, die aus ihrem Land fliehen müssen, vor verschlossenen Grenzen stehen. In der Nähe der Landesunterkunft für Geflüchtete am Haart demonstrierten am Samstag circa 150 von Hass zerfressene AfD-Anhänger*innen. Die eigentlich inzwischen aufgelöste, gewalttätige und rechtsextreme Jugendorganisation Junge Alternative (JA) lief an der Spitze des Demonstrationszugs und bewies, dass der AfD-Landesverband zu den extremsten Deutschlands zählt. Die Konfrontation mit rechten und ausländerfeindlichen Gruppen vor ihrer Haustür war für die oftmals traumatisierten Geflüchteten in der Landesunterkunft einschüchternd und zutiefst beängstigend. Umso wichtiger, dass die solidarische Zivilgesellschaft zeigte, dass diese Menschen hier willkommen sind und sie in der Bedrohung nicht alleine gelassen werden. Rund 2.000 Menschen protestierten gegen den Demozug der AfD, der durch die Innenstadt bis zum Gänsemarkt führte. Organisiert hatte ihn der Verein für Toleranz und Zivilcourage und der Grünen Kreisverband Neumünster, die weiteren Aufrufenden SPD, Volt, Runder Tisch, VVN/BdA und DGB beteiligten sich nach besten Kräften. Der Verein Tolzi zog eine positive Bilanz der Demo und hoffte zugleich, eine solche Aktion nicht jeden Samstag bis zur Wahl organisieren zu müssen. Mit Blick auf die anstehenden Bundestagswahlen und dem anhaltenden Zuspruch für rechtsextreme und verfassungsfeindliche Parteien und Positionen ist gesellschaftlicher Zusammenhalt und gemeinsamer Widerstand gefragt!

Unsere Themen heute:
+++ Die Union kündigt 80 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz die Kollaboration mit Faschisten im Deutschen Bundestag an.
+++ Öffentlichkeitsbeteiligung zum Förderprojekt „Sicher von und nach Wittorf radeln“
+++ „Kunst schaffen in Neumünster“: Jetzt bewerben!

Musik:
Cock Sparrer (England)
Sleater-Kinney (USA)
Leistungsgruppe Maulich (Hamburg)
Kannibal Krach (Wermelskirchen)

FLECKENKIEKER

FLECKENHÖRER vom 22.01.2024

Willkommen zum Fleckenhörer am 22. Januar 2024! Das Wochenende startete kühl mit einigem Restschnee auf den Straßen, jetzt kommt die Wetteränderung. Mit kräftigem Wind, der heute auch zu Sturmböen führte, kommt deutlich mildere Luft nach Schleswig-Holstein. Der Wind dreht sich! Das gilt auch für die bleischwere Lethargie, die jahrelang auf der Organisation von Anti-Nazi-Demos im Land gelegen hat. Norddeutschland zeigte dem Faschismus die rote Karte. In Flensburg waren gestern 8.000-9.000 Menschen auf der Straße, 4.000 in Henstedt-Ulzburg, 3.700 in Pinneberg. Selbst Nortorf als Stadt mit 6.000 Einwohner*innen hat gestern eine „Demo gegen Faschismus und die Deportationspläne der AfD“ organisiert. Und wo bleibt Neumünster, fragen sich viele Menschen auf der Straße?

Unsere Themen heute:
+++ Bericht der Landesregierung über den Brand in der Abschiebehaft Glückstadt unter der Lupe
+++ 18 Prozent der 20- bis 34-Jährigen in Schleswig-Holstein ohne Berufsabschluss.
Gleichzeitig sind 127 Ausbildungsplätze unbesetzt: Ausbildungsmarkt in Neumünster unter Druck
+++ Gedenkfeier, ökumenischer Gottesdienst und Ausstellung zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

FLECKENKIEKER

FLECKENKIEKER vom 23.01.2023

Moin zum Fleckenkieker am 23. Januar. Wir werfen immer auch mal wieder einen Blick in die Vergangenheit und so schauen wir uns den 23. Januar 1930 an. In Thüringen kommt es an diesem Tag mit der Baum-Frick-Regierung erstmals zu einer Regierungsbeteiligung der NSDAP in einem deutschen Bundesstaat. Die rechtsbürgerlich-nationalsozialistische Koalition des Landes Thüringen verfügte über 28 Mandate, bestand aus der Deutschen Volkspartei, der Deutschnationalen Volkspartei, dem Thüringer Landbund, der Reichspartei des deutschen Mittelstandes, meistens Wirtschaftspartei WP genannt, sowie der NSDAP und hielt bis zum 1932. Sicher lässt sich die Weimarer Republik nicht mit der heutigen Zeit vergleichen, aber im Osten, in Thüringen und Sachsen, nähern sich CDU und AfD immer weiter an und selbst liberale und linke Kräfte stimmen inzwischen mit der AfD oder wechseln sogar in das rechte Lager. Eine gefährliche Melange bildet sich dort.

Das sind unsere Themen heute:
+++ Gedenkfeier und ökumenischer Gottesdienst zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar
+++ Klimaaktivist*innen demonstrieren letzte Woche vorm Terminal in Brunsbüttel, an dem das erste Flüssiggas angeliefert wurde
+++ Wegweisendes Urteil zur Schiffskatastrophe von 2013: Für den Tod von 268 Schutzsuchenden sind italienische Küstenwache und Marine verantwortlich

Musik von:
UK Subs, Jamie Oliver, Charlie Harper (UK)
Sleaford Mods (UK)
Die Bockwurschtbude (BRD)

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.