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ohnmacht

FLECKENHÖRER vom 22.12.2025

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 22. Dezember 2025 und Merry Crisis. Das Jahr war hart, der Faschismus ist auf dem Vormarsch und 2026 steht uns einiges bevor. Aktuell steht die Gründung des Landesverbands der Generation Deutschland Schleswig-Holstein kurz bevor. Es gibt einiges zu tun, um der Ohnmacht zu trotzen. Vielleicht werden wir einfach irgendwann sogar gegen den US-Präsidenten auf die Straße gehen müssen. Es ist mitnichten so, dass es mit uns nichts zu tun hat, wie jetzt die Einflussnahme auf die deutsche Parteienlandschaft durch Oligarchen und Rechtsextremisten zeigt. All diese autoritären und rassistischen Zuspitzungen weltweit haben nicht zum Ziel, unser Leben besser zu machen, sondern zu sichern, dass die wenigen, die noch von den Entwicklungen profitieren, dies auch weiterhin tun. Dem gilt es den Stecker zu ziehen. Die Welt brennt.

In vielen Ländern, wie beispielsweise in Peru, protestieren vor allem junge Menschen auf den Straßen gegen ihre Perspektivlosigkeit, Kriege und die lebensunwerten Zustände. Gerade wir, hier im Zentrum des Kapitalismus, dem Zentrum all dieser Macht, müssen aktiv werden. Wir haben dieser Spaltung, Hetze und der Vereinzelung unsere Solidarität und Perspektiven für eine lebenswerte, sichere und emanzipatorische Zukunft entgegenzusetzen.

Ich verabschiede mich mit dem Fleckenhörer in die Weihnachtspause und wünsche Euch schon jetzt eine geruhsame Zeit. Schaltet auch im neuen Jahr bei mir ein, treue Fleckenhörer-Gemeinde!

Heute gibt es nur ein Thema im Fleckenhörer:
+++ Spatenstich des Maria & Martha Hospiz in Neumünster am 18. Dezember

FLECKENHÖRER SPEZIAL vom 08.09.2025

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 8. September 2025. Heute vor 100 Jahren wurde Batsheva Dagan geboren. Die polnisch-israelische Überlebende des Holocaust war Autorin, Pädagogin, Psychologin und Zeitzeugin. Als Jugendliche wurde sie 1940 von den Nazis mit ihren Eltern in das Ghetto Radom verschleppt. Als ihre Eltern und ihre Schwester 1942 deportiert und im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurden, flüchtete sie nach Deutschland, wo sie entdeckt, verhaftet und ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert wurde. Nach 20 Monaten im Konzentrationslager überlebte sie zwei Todesmärsche und wurde von den britischen Truppen im Mai 1945 befreit. Sie wanderte mit ihrem Ehemann nach Israel aus, wo sie einen Kindergarten leitete und später als Pädagogin und Psychologin promovierte. Dagan schrieb Bücher, Gedichte und Lieder für Kinder und junge Erwachsene über den Holocaust und entwickelte die noch heute benutzte Dagan-Methode, eine psychologische und pädagogische Methode über den Umgang mit dem Holocaust gegenüber Kindern. Mit ihren Büchern versuchte sie, das Interesse an der Shoah zu stärken und Kindern dabei auch die Möglichkeit zu geben, sich mit positiven Elementen menschlichen Verhaltens zu identifizieren. Für ihren Ansatz, ihren Büchern ein gutes Ende zu geben, wurde Dagan häufig kritisiert. Sie entgegnete: „Irgendwann verstand ich: Was auch immer ich schreibe, es würde kritisiert werden. Und das ist gut so.“ Letztes Jahr starb Batsheva Dagan im Alter von 98 Jahren.

Die zweite Septembersendung möchte ich gerne dem solidarischen Kampf zur Verteidung von Raum und Sichtbarkeit widmen:

+++ Widerstand in der Heimat: Max Czollek las im Rahmen des Heimaten-Festivals aus seinem Gedichtband „Gute Enden“.

Musikalisch untermalt wird die Sendung von der Band Reifer Madness (Edmonton/Alberta, Kanada).