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volkstrauertag

FLECKENHÖRER vom 17.11.2025

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 17. November 2025.
„Zum Schutz der Grünflächen sowie der Menschen und Tiere und der öffentlichen Ordnung ist es insbesondere untersagt, an Gedenkstätten Kränze oder andere Gegenstände abzulegen“
Das ist ein Satz aus der Grünflächensatzung der Stadt Neumünster, den ich mir heute ein paar Mal durchgelesen habe. Die Stadt Neumünster hat gestern der Ratsfraktion der Heimat Neumünster die Niederlegung eines Kranzes im Friedenshain zum sog. Volkstrauertag untersagt. Ich muss sagen, dass ich mich darüber sehr gefreut habe. Kein Raum für rechte Hetze und Geschichtsrevisionismus. Ich bin aber auch generell kein Freund der Kranzniederlegungen. Während viele der hiesigen Soldaten- und Kriegerdenkmäler vordergründig immer „unserer gefallenen Kameraden“ gedenken sollen, sind sie doch tatsächlich Orte der Sinnstiftung des Kriegstods und damit eine Legitimation des Krieges. Sie verklären nostalgisch den Krieg und seine Ursachen, verschweigen die deutsche Täterschaft und sind damit leider auch Anlaufpunkt für Neonazis und rechte Parteien. Was wir bräuchten, ist eine antifaschistische Erinnerungskultur in unseren Städten und unseren Straßen.

Die Themen im Fleckenhörer heute:

+++ Bei den Gerüstbauern in Neumünster klettern jetzt auch die Löhne nach oben
+++ Linken-Chef van Aken fordert Ende des Flüssiggas-Imports aus Russland
+++ Flensburger Bahnhofswald gerettet

Musik:
Tsunami Bomb (USA)
Raw Brigade (Kolumbien)
Kem Trail (Hamburg)
Combust (USA)

FLECKENKIEKER

FLECKENHÖRER vom 25.11.2024

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 25. November 2024, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen! Jährlich müssen rund 45.000 Frauen mit ihren Kindern in Frauenhäuser fliehen. Um ein öffentliches Zeichen gegen diese alarmierende Entwicklung zu setzen, haben die Gleichstellungsstelle Neumünster und das Kriseninterventions- und Kommunikations-Netzwerk Neumünster heute eine Kundgebung auf dem Großflecken veranstaltet.

Ein anderer Erinnerungstag war letzte Woche. Die Geschichte des Volkstrauertages begann bereits in der Weimarer Republik. Im Jahr 1926 wurde der erste Volkstrauertag begangen, um den deutschen Gefallenen des Ersten Weltkriegs zu gedenken. Was damals schon seinen Zweck in einer mehr oder weniger intensiven Kriegshetze fand, trat zur Zeit des Nationalsozialismus offen zu Tage. Die Nazis begingen den Volkstrauertag als sogenanntes „Heldengedenken“ und auch die heutigen Nazis von NPD und AfD knüpfen nicht nur terminologisch an diese Tradition an.

Nach der militärischen Niederschlagung Nazideutschlands und dem Abbruch der Shoah durch die Alliierten wurde der Volkstrauertag in der alten Bundesrepublik wieder eingeführt. Heute soll ausdrücklich den Toten beider Weltkriege und den Opfern der Gewaltherrschaft aller Nationen gedacht, für Frieden, Versöhnung und Verständigung gemahnt werden. Die deutschen Täter*innen, Reichsheer, Wehrmacht, SS und ihre Mitläufer*innen, die Millionen Menschen ausrotteten, stehen damit in einer Reihe mit den Mauertoten, den gefallenen Alliierten und den deutschen Opfern. Auch in Neumünster wird mit diesem Gedenktag dem deutschen Geschichtsrevisionismus und Revanchismus Tür und Tor geöffnet. Und so wird sich in Parteien echauffiert, dass die Nazis staatsfeindliche Kränze im Friedenshain ablegten. Auch die AfD rief zur Teilnahme an der Veranstaltung auf.

Unsere Themen heute:
+++ Stefan Seidler, bestätigter SSW-Direktkandidat für Nord-Wahlkreis, wird von der AfD bedroht
+++ 15 Jahre Konsens beendet, was die Technik CCS angeht
+++ „Wackelige Jobs“ in Neumünster: 33 Prozent der neuen Arbeitsverträge sind noch befristet
+++ Eröffnung der Ausstellung „ECHT KRASS“ zur Prävention sexualisierter Gewalt für Jugendliche

Musik:
Pisse (Hoyerswerda)
Spacemaus (Leipzig)
Lumpy & The Dumpers (USA)
SoKo Mettigel (Hamburg)
Frenzee (Griechenland)