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mahnwache

FLECKENHÖRER vom 27.04.2026

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 27. April 2026 nach diesem ruhigen Wochenende insgesamt, mit wechselhaftem Frühlingswetter! Zum Beginn kurz der Bewegungsmelder: Gegenproteste gegen AfD-Stände gab es dieses Mal in Rendsburg und Kappeln. Insgesamt war die Beteiligung eher überschaubar bis moderat. Momentan bereitet man sich auch eher auf die Proteste in Demmin vor. Wer Blockade, Umgang mit Polizei(-ketten), Verhalten bei Massenaktionen und vieles mehr lernen möchte, dem ist das offene Aktionstraining in der Alten Meierei am 3. Mai zu empfehlen.

Vor einigen Tagen, am 24. April 2026 war der 72. Geburtstag des afroamerikanischen Journalisten und Black Panther Mumia Abu-Jamal. Er ist seit 1981 (!) politischer Gefangener im US Bundesstaat Pennsylvania. Auch nach über 44 Jahren Haft fordern noch immer viele seine Freiheit. Der Staat übt bis heute Rache an einem revolutionären Reporter, der sich nie gescheut hat, über Unterdrückung auf allen Ebenen zu berichten, sie zu analysieren und Wege der davon Betroffenen dagegen sichtbar zu machen. Seine Themen umfassen staatliche Korruption, Rassismus, Klassenkampf, Kritik an der Gefängnisindustrie in den USA, Internationale Beziehungen und die damals wie heute tödliche Polizeigewalt in den USA. Als Journalist berichtete er darüber mehrere Jahre in zahlreichen Radiostationen in Philadelphia, dem Delaware County und US-weit auf NPR. Seit seiner Haft ist er Korrespondent von Prison Radio und berichtet aus dem Inneren der Masseninhaftierung der USA.

Das sind unsere Themen im Fleckenhörer heute:

+ Eröffnung der Wanderausstellung Stolen Memory in Neumünster
+ Neumünsters zwei Welten: Auf 4.197 Beschäftigte kommt 1 Einkommensmillionär
+ 40 Jahre nach Tschornobyl: Mahnwache in Brokdorf

Musik:
Oxo 86 (Bernau)
Ugly Shadows (Türkei)
Mantarochen (Leipzig)
Kommando Kronstadt (Leipzig)

FLECKENHÖRER vom 26.05.2025

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 26. Mai, dem Geburts- und Todestag von Semra Ertan, an die ich erinnern möchte. Am 24. Mai 1982 hat sich Semra Ertan an der Kreuzung Simon-von-Utrecht-Str. und Detlev-Bremer-Str. in Hamburg aus Protest gegen den zunehmenden Rassismus in Deutschland öffentlich verbrannt und verstarb zwei Tage später. Sie hatte zuvor dem NDR und dem ZDF gegenüber ein Statement abgegeben:

„Ich möchte, dass Ausländer nicht nur das Recht haben,
wie Menschen zu leben, sondern auch das Recht haben,
wie Menschen behandelt zu werden. Das ist alles.“

Sie hat dort auch ihren Entschluss zu diesem erschütternden Protest angekündigt.
In der Zeitung wird sie mit folgenden Worten zitiert:
„Ich will, dass die Menschen sich lieben und akzeptieren.
Und ich will, dass sie über meinen Tod nachdenken.“
Als Reaktion auf das dramatische Zeichen, dass Semra Ertan gesetzt hat, sprach der damalige bundesdeutsche Außenminister Genscher von einer “Verzweiflungstat, die Mahnung an jeden einzelnen von uns sein sollte“. Politische Folgen hatte das –wie immer- nicht. Semra Ertan ist heute nach 43 Jahren endlich in der Gesellschaft angekommen und zu einer wichtigen Stimme auch auf St. Pauli geworden. Semra Ertan steht für mehrere Generationen von migrantisierten und rassifizierten Menschen und Arbeiter:innen, als Vorreiterin im Kampf gegen Rassismus und rechte Gewalt. Ihre Gedichte sind vielfach ausgezeichnet. In ihren Gedichten hat Semra Ertan Worte gefunden, die vorherrschende Ungerechtigkeit auszudrücken. Der 2020 veröffentlichte Gedichtband „Mein Name ist Ausländer“ wurde vielfach ausgezeichnet. Ein Platz in Hamburg wird in diesem Jahr zum Semra-Ertan-Platz umbenannt, in ihrem ersten Wohnort Kiel gibt es bereits einen.

Unsere Themen heute:
+++ 16. Neumünsteraner Kultournacht – Gemälde, Skulpturen und Fotos zum Anschauen und Anhören
+++ Aktionsplan zur Entlastung der Strafjustiz und des Vollzugs im Landtag
+++ Bei einem Mindestlohn von 15 Euro hätte Neumünster laut Gewerkschaft NGG 6,5 Millionen Euro mehr Kaufkraft pro Jahr
+++ Stadt Neumünster Stolpersteinführung im Juni
+++ SPD Neumünster ruft zur Mahnwache am DB-Werk auf

Musik:
No Sugar (HH/Leipzig)
Uwaga! (deutsch-serbisch)
Black Aubergine (Baskenland)
Derrumbe (Berlin)
Aresi (Baskenland)

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