US-Grenzschützer erschießen Migrantin aus Quetzaltenango (Guatemala)

Screenshot: Radio “Stereo 100”, Xela

Vor einigen Tagen wurde bekannt, das eine zwanzigjährige Frau aus San Juan Ostuncalco, einem Dorf etwa 10 Kilometer von Quetzaltenango, der zweitgrößten Stadt Guatemalas entfernt, am 23. Mai beim Versuch ohne Papiere in die USA zu gelangen, von Grenzschützern erschossen wurde. Die junge Frau – Claudia Patricia Gómez Gonzáles – war in Begleitung von drei jungen Männern zwischen 18 und 20 Jahren, als ein Grenzschützer die tödlichen Schüsse abgab. In einer ersten Stellungnahme behaupteten die Grenzbehörden, die Grenzschützer hätten in Notwehr geschossen, als sie von der Gruppe angegriffen worden sei. Zwei Tage später gab die selbe Behörde an, die Gruppe hätten den Befehlen der Grenzschützer nicht gehorcht und zu fliehen versucht.

In den USA gab es bereits Proteste, bei denen Aufklärung gefordert, aber auch darauf hingewiesen wurde, dass Ähnliches immer wieder passiert. In einem im Zusammenhang mit dem Tod der jungen Frau veröffentlichten Video ist zu sehen, wie Grenzschützer mutwillig Wasserbehälter zerstören, die Hilfsorganisationen in der Wüste im Grenzgebiet aufgestellt hatten.

Im Spiegel-Artikel “Ein bewährtes Instrument totalitären Terrors” beschreibt der Autor Marc Pitzke aus New York, wie US-Grenzschützer von Präsident Donald Trump ermutigt rabiat gegen illegale Einwanderer aus Lateinamerika vorgehen. Wenn sie Familien fassen, nehmen sie den Eltern häufig sogar Kleinkinder weg und bringen sie in Heimen und bei Pflegefamilien unter. Manche von ihnen verschwinden. US-Präsident Donald Trump setzt seine knallharte Einwanderungspolitik durch. Betroffene und eine Historikerin ziehen Vergleiche zur deutschen NS-Zeit.

Wir hören nun eine Karikatur, die ein Radiosender aus Quetzaltenango veröffentlichte, erklärt sich auch ohne Spanischkenntnisse von selbst.

Wir hören jetzt, wie die Armut in Guatemala junge Menschen zur Flucht treibt.
36 Jahre, von 1960 bis 1996, wurde in Guatemala Bürgerkrieg geführt. Im Mittelpunkt dieser Auseinandersetzung stand die Frage um Landbesitz, und auch jetzt, 22 Jahre später, sind viele Familien in dem mittelamerikansichen Land ohne eigene Ländereien der Armut ausgeliefert. Die Familien ziehen in die Stadt, doch auch hier gibt es für sie keine Perspektive. In den ständig wachsenden Armenvierteln leben sie von Tagelöhnerarbeit. Obdachlosigkeit und familiäre Gewalt sind an der Tagesordnung. Jugendliche versuchen diesem Kreislauf zu entfliehen, in dem sie sich Jugendbanden anschließen, die nicht selten als Ersatzfamilie fungieren, in denen aber Drogensucht, Prostitution und Kriminalität vorherrschen. Das Projekt “Nuestros Derechos” versucht seit 1992, diesen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive zu geben und sie aus der scheinbar auswegslosen Situation herauszuholen. Heike Demmel von Radio Z sprach mit dem Gründer von “Nuestros Derechos”, Carlos Toledo, über seine Arbeit.

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