Neonazis mit Hitlergrüßen und Nazi-Outfit unwidersprochen beim Lumpenball in der Stadthalle?

Foto: Brainbitch (CC BY-NC 2.0)

Die Nazis waren ohne Verkleidung, aber dafür mit “Division Schleswig-Holstein” und Stahlgewitter-Shirts da. Sie wurden offensichtlich nicht des Saales verwiesen.

Wir geben hier den Bericht von Arne W. wieder, der im Gegensatz zu den Nazis verkleidet zu der Veranstaltung erschien und uns erzählt hat, was er so mitbekommen hat.

Er erzählt uns, dass eine seiner Assistentinnen privat mit einer Freundin dort gewesen sei und gefragt hatte, ob er nicht auch Lust hätte, mit der diensthabenden Assistentin vorbeizukommen. Er hatte noch ein Einhornkostüm rumliegen, dass er mal zu einer Halloween Party angezogen hatte. Eine Einhornperücke mit langen, regenbogenfarbenen Haaren. Die kleine Gruppe ist gegen 23:00 Uhr dort angekommen und hat direkt am Eingang zum Saal an einem der zwei Tische gesessen. Ungefähr zwischen 24 und 0:30 Uhr kamen zunächst ca. fünf Nazis in den Saal und haben sich in der Nähe des Tresens aufgehalten. Einer von denen hatte ein rötliches T-Shirt ohne irgendwelche Aufdrucke an und war auch am Schädel tätowiert. Ein anderer hatte ein Division Schleswig-Holstein Shirt an und einer hatte einen Thor Steinar Hoodie. Drei von denen sind dann in seine Richtung gegangen und ca. 1 m vor ihm und seiner Assistentin sind sie stehen geblieben. Er war sich nicht sicher, ob sie ihn vorher schon bewusst gesehen haben, aber als deren Blicke in die Richtung von Arne W. gingen, wurde er mit einem argwöhnischen Blick von oben nach unten gemustert. Anschließend haben sie sich aber wieder von ihm und seiner Assistentin abgewandt.

Etwas später sind dann noch fünf weitere Nazis dazugekommen. Zwei von denen hatten das gleiche T-Shirt an mit einem Spruch auf der Rückseite. Den konnte er leider nicht ganz lesen, er fing aber mit „Einen Eid auf deine Brüder hast du geschworen“ an. Wir nehmen an, dass dies eine Liedzeile aus irgendeinem Song einer rechtsextremen Szeneband ist.

Handyfoto von den rechtsextremen Besuchern

Einer von den Nazis hatte dann zweimal den Arm zum Hitlergruß erhoben, allerdings haben seine Kollegen seinen Arm jedes Mal wieder runtergeholt und gesagt, er solle das lieber sein lassen. Soweit Arne W. das sehen konnte, haben sie sich ansonsten friedlich verhalten. Es gab eine Auseinandersetzung, nach der die Security jemanden aus dem Saal entfernt hat, das ist allerdings keiner der Nazis gewesen.

Dann hat er noch gesehen, wie einer der Nazis (der stark betrunken war) versucht hat, den Türsteher zu umarmen. Was er zu dem Türsteher gesagt hat, kann Arne W. nicht sagen. Soweit er das mitbekommen habe, war die Security mit 4-5 Leuten vor Ort, die alle einen Migrationshintergrund hatten. Er vermutet, dass sie die Nazis einfach ohne Verkleidung reingelassen und toleriert haben, weil sie schlicht und einfach in der Unterzahl gewesen sind.

Gegen 3:00 Uhr haben er und seine Begleiterinnen sich dann irgendwann auf den Weg nach Hause gemacht. Ob danach noch etwas passiert ist, kann er natürlich nicht beurteilen.

Wir haben versucht, mit der Firma „Showtraxx“ zu sprechen, die den Lumpenball in der Stadthalle veranstaltet hat. Leider war niemand telefonisch zu erreichen.

Unser Fazit zur Schilderung des Lumpenball-Gastes ist, dass auf dem uns vorliegenden Foto eindeutig der Sohn des Gastwirts der rechtsextremen Gaststätte Titanic zu erkennen ist, außerdem möglicherweise der Sänger der Combat-18-Hausband Oidoxie, Marko G.


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