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FLECKENHÖRER vom 29.06.2026

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 29. Juni 2026! Unser Partnerradio, das Freie Radio Fratz, verliert seine Förderung. Mit der Tagung des Kulturausschusses haben wir leider Gewissheit, dass der Empfehlung des Kulturbüros gefolgt wurde und der Initiative Freies Radio Flensburg sämtliche städtischen Förderungen gestrichen wurden. Unsere Kolleg:innen schreiben auf ihrer Webseite: „Wir werden die damit verbundenen Konsequenzen und das drohende Aus für den Sendebetrieb nun weitergehend intern thematisieren und uns zeitnah dazu äußern, wie es weiter geht.“ Die Beschlussvorlage ohne Förderung für Fratz wurde mit den Stimmen von CDU und SSW und durch Enthaltung der SPD durchgewunken, während die progressiven Parteien wie Grüne und linkes Bündnis (4 Stimmen) für Radio Fratz gestimmt haben. Radio Fratz wird also keine städtische Förderung mehr bekommen, aus diesem Grund im nächsten Jahr auf kostenlose Räumlichkeiten angewiesen sein. Den Radioverein gibt es in Flensburg seit Januar 2014, im April 2019 bezog man die Räumlichkeiten in der Großen Straße 4. Das alles soll bald ein Ende haben, wenn es nach dem Willen von CDU und SSW geht. Dabei war es die SSW-Fraktion, die am 25. September 2023 durch Lars Harms einen Antrag in den Schleswig-Holsteinischen Landtag eingebracht hatte, um ausreichende Mittel zur finanziellen Unterstützung der beiden nichtkommerziellen Lokalradios in Flensburg und Neumünster bereitzustellen. Ja, so kann man sich in einer Partei täuschen. Ob Lars Harms gedacht hat, dass seine Partei ein Freies Radio wie eine heiße Kartoffel nach nur 3 Jahren fallen lässt?

Unsere Themen im Fleckenhörer heute:
+++ Banken in Schleswig-Holstein reduzieren ihr Netz an Geldautomaten und personalbesetzten Filialen. Auch Neumünster betroffen.
+++ Gemeinsam für die Natur: Verbände fordern rasche Umsetzung der EU-Vorgaben
+++ Nur 8.100 Wohnungen in Neumünster haben das Top-Kriterium fürs Wohnen im Alter: gut begehbare Duschen

Musik:
ROGGEN (Saarland)
Can’t Lose (Boston/USA)
Mantarochen (Leipzig)
La Sécurité (Montreal/Kanada)

FLECKENHÖRER vom 15.06.2026

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 15. Juni 2026! Die 50. Holstenköste soll laut Pressemitteilung der Stadt mit rund 195.000 Besucherinnen und Besuchern ausgelassen und bis auf einige körperliche Auseinandersetzungen zu später Stunde friedlich abgelaufen sein. Ich war an zwei Tagen dort und habe unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Auf der Jungen Bühne in den Teichuferanlagen ließ sich „cool feiern ohne Alkohol“. Dann hab ich aber auch Vorkomnisse erlebt, die mich sehr irritiert haben. Ein Mensch, offensichtlich unter Drogen, trat auf Höhe des Tresen Total mit voller Gewalt gegen eine Mülltonne. Eine Vierergruppe Besoffener aß zunächst einen Döner bei Ali Baba, um sich dann torkelnd und unter sexistischen Äußerungen über einen „geilen A.“ einer vorbeilaufenden Frau in die Holstengalerie zu begeben. Ich machte dann die Facebookseite eines lokalen Pressemediums auf, um unter einem Video von tanzenden jungen Menschen bei der Holstenköste den Kommentar „DAS hätte A.dol.f bestimmt nicht gefallen“ zu lesen. Inzwischen ist der Kommentar gelöscht. Das alles und der rassistische Übergriff auf eine Kopftuch tragende Sanitäterin des Roten Kreuzes lässt einem Übelkeit aufsteigen. Tobias Bergmann betonte in einem Instagram-Beitrag am Sonntag: „Das hat nichts in Neumünster verloren, das hat nirgends irgendwas verloren.“

Unsere Themen im Fleckenhörer heute:
+++ Für Anerkennung und gegen Altersarmut: Gebäudereiniger in Neumünster erwarten einen „Respekt- und Lohn-Schub“
+++ „A20 weiterhin klimaschädlichstes Verkehrsprojekt Deutschlands“: BUND reicht Klagebegründung gegen Abschnitt 7 der A 20 ein
+++ Klimaschäden von fast einer Billion Dollar pro Jahr entfallen auf die reichsten 0,01 Prozent der Welt

Musik:
Febuary (USA)
Les Vulves Assassines (Frankreich)
MESS (Mexiko)
TAKER (USA)

FLECKENHÖRER vom 11.05.2026

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 11. Mai 2026 – am Tag der Kinderbetreuung! Die tägliche Arbeit von Kinderbetreuer*innen hat große Bedeutung für Kinder, Eltern und unsere Gesellschaft. Aus diesem Grund wurde 2012 der Tag der Kinderbetreuung ins Leben gerufen. Der bundesweite Aktionstag bietet Anlass, den Kita-Fachkräften, Tagesmüttern und Tagesvätern in ihrem Umfeld persönlich für ihr Engagement zu danken. Er findet immer am Montag nach Muttertag statt und wird von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung koordiniert.

Nach dem Lob folgt die Rüge. Rügen möchte ich heute im Kommentar Neumünster TV. In Facebook ist ein Eintrag von NmsTV über die Stolperstein-Führung am 8. Mai veröffentlicht worden. Dabei wurde neben der Verwendung des Pressetextes der Stadt Neumünster das Foto von den Schülerinnen und ihres Lehrers in der Weise verwendet, dass man darin Abbildungen von Stolpersteinen einarbeitete. Nachweislich mithilfe von KI! Diese Abbildungen enthalten zwar die Namen der Opfer der besuchten Steine, die biografischen Daten jedoch sind sämtlich falsch und einen Stein für „Familie Spitz“ gibt es überhaupt nicht. Die Verwendung falscher biografischer Daten beraubt die Opfer nicht nur ihrer tatsächlichen Biografie, sie werden dadurch zusätzlich beleidigt. Wir können diese Art der Berichterstattung ohne Sorgfaltspflicht durch Abgleich mit den tatsächlichen Daten nicht nachvollziehen, zumal die korrekten Daten problemlos an anderer Stelle im Internet zu finden sind.

Das sind unsere Themen im Fleckenhörer heute:
+++ Finanzämter in der NS-Zeit: „Vernichtung durch Bürokratie“: Studie im Auftrag des Finanzministeriums
+++ TKKG-Protest gegen Polizeirechtsverschärfung
+++ Buchenwälder verlieren gegen Beton: Klage des BUND SH gegen Ortsumgehung Geesthacht abgewiesen
+++ ADFC zeichnet aus: Holstenschule Neumünster wird „Fahrradfreundliche Schule“ und „Fahrrad-Impulsgeber“

Musik:
Erection (Regensburg)
In Evil Hour (Darlington/UK)
Brigata Vendetta (Richmond/USA)
Molkerei (Ilmenau)

FLECKENHÖRER vom 04.05.2026

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 4. Mai 2026! Letzten Mittwoch hat das Kabinett der Bundesregierung die Überwachungsgesetze auf den parlamentarischen Weg gebracht. Datenabgleiche mit dem Internet, d.h. mit jedem Foto darin, sollen dann den Ermittlungbehörden und Geheimdiensten erlaubt sein. Dafür wollen sie Bild- und Stimmen-Biometrie nutzen und es ist davon auszugehen, dass Palantir und andere BigTechs hier Milliarden scheffeln, während sie Bewegungsprofile von uns erstellen und unser Leben überwachen. Doch es gibt den Versuch einen breiten Widerstand aufzubauen. Im Netzwerk Sicherheit ohne Überwachung finden sich bereits jetzt einige Organisationen, die aus diversen Hintergründen die Sorge vor dem Überwachungsstaat eint. Am 13. Juni 2026 wird es in Berlin eine Demo gegen die digitale Aufrüstung der Polizei geben. Es ist Zeit lautstark auf die Straße zu gehen! Beteiligt euch am Netzwerk, geht in den Austausch miteinander und schafft dezentral Strukturen, um diese autoritäre Politik der Angst und Überwachung zu stoppen. Zu teuer, zu krank oder zu wenig belastbar – das bekommen wir derzeit von Friedrich Merz um die Ohren gehauen. Der Bundeskanzler ist selbst nicht gerade zimperlich, wenn es darum geht, Länder („ordentliches Stück Brot“), Städte („Belem“) oder ganze Bevölkerungsgruppen („kleine Paschas“ und „grüne und linke Spinner“) zu beleidigen. Wenn allerdings er selbst im Fokus steht, wird er offenbar schnell dünnhäutig. Bekannt ist, dass er Bürger*innen systematisch mit Strafverfahren wegen Bagatellbeleidigungen überzieht, die sich kritisch äußern. Also seid doch bitte vorsichtig mit diesem empfindsamen Mann und behandelt ihn wie ein rohes Ei.

Das sind unsere Themen im Fleckenhörer heute:
+++ Alternativprogramm zur Holstenköste: Interview mit Martin Luerßen
+++ Renaturierung geht alle an: Online-Beteiligung am Natur-Wiederherstellungsplan beginnt
+++ Das landesweite Vernetzungstreffen YAU! – Young Antifascists United! am 22. Mai in Flensburg#

Musik:
parkkind (Wien)
The Soulmate Project und Vero Nouk (Berlin)
Frachter (Weimar)
Antoine Villoutreix (Berlin)

FLECKENHÖRER vom 06.04.2026

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am Ostermontag, 6. April 2026! Der Wal liegt im Sterben und ganz Deutschland fiebert mit. In Wismar ist sogar eine Demo gewesen: „Laut und entschlossen für den Wal“ wollte man da auf die Straße gehen. Mit dem Blick auf den – ständig in allen Medien sichtbaren – Wal wollen die Menschen – ja, was eigentlich genau – ihre übrig gebliebene Portion Humanismus beweisen? Dem für die Rettung verantwortlichen Minister wird mit dem Tod gedroht. Wegen unterlassener Hilfeleistung wird er angezeigt. Das ist alles so absurd. Diese Menschen verdrängen dabei gekonnt die totale Abschottung an der gesamten Peripherie der EU, in Marokko, Algerien, Libyen, der Türkei, die von unseren Steuergeldern bezahlt wird. Im Mittelmeer sterben im Jahr etwa 5 bis 6 Menschen pro Tag. Es ist die tödlichste Fluchtroute der Welt. Erst letzte Woche brachte eine Randnotiz der Tagesschau zutage, dass 19 Geflüchtete an einem Tag starben.

Im Vollbetrieb bzw. laut Unternehmensangaben werden bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück etwa 20.000–25.000 Schweine täglich geschlachtet. Das sind 800 bis 1000 Schweine pro Stunde oder anders gesagt, alle 3 bis 4 Sekunden wird dort ein Tier getötet. Tönnies ist wohl der tödlichste Schweineschlachtbetrieb Deutschlands. Insgesamt sterben in Deutschland pro Jahr 150.000 Schweine qualvoll. Sie werden vergast oder per Bolzenschuss getötet.

Wale, Schweine, Menschen – am meisten Empathie bekommt der einzelne, sichtbare, emotional inszenierte Wal. Die Schweine und toten Geflüchteten liegen gleichauf. Sie sind Randnotizen. Denkt mal drüber nach.

Das sind unsere Themen im Fleckenhörer heute:
+++ BUND klagt gegen die A20 im Steinburger Abschnitt 7
+++ Mobilität für alle sichern: Deutsche Umwelthilfe fordert vergünstigtes 29-Euro-Ticket und lehnt jegliche Spritsubvention ab
+++ Schreibwerkstatt für Frauen

Musik:
The NØ (Hamburg)
Skinhead (New York/USA)
Gentilesky (Italien)
DEATHxSQUAD (Frankreich)
Normahl (Winnenden)

FLECKENHÖRER vom 02.03.2026

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 2. März 2026! Es ist doch immer wieder schön zu hören, dass Aufrufe zu einer Straftat wie sie im Januar letzten Jahres von einem Kommentator auf der Facebook-Seite der AfD Neumünster verbreitet wurden und schließlich im April des Jahres zum vierten Anschlag auf das Parteibüro der Grünen am Fürsthof führten, hart von der Justiz bestraft werden. Derjenige, der die Grünen und die Antifa mit Buttersäure überschütten wollte, ist nun vom Landgericht Lüneburg zu einer hohen Geldstrafe verknackt worden. Sollte noch einmal etwas dort passieren, wird man wissen, wo zu suchen ist. Dieser Mensch war mit Klarnamen im Netz unterwegs. Auch bei der CDU von Friedrich Merz herrscht die Annahme, dass Menschen „mit offenem Visier“ zurückhaltender kommunizieren würden. Dafür gibt es wenig Belege. Im Gegenteil gibt es Studien, die zeigen, dass anonyme Nutzer:innen weniger aggressiv kommunizieren und solche die zeigen, dass Rassisten ganz offen hetzen. Die Befürworter:innen der Klarnamenpflicht im Internet ignorieren dabei die demokratische Notwendigkeit von Anonymität und Pseudonymität. Merz hat zudem wenig verstanden von der demokratischen Wichtigkeit anonymer Kommunikation, wenn er die Klarnamenpflicht auf sich selbst bezieht und aus seiner privilegierten, mächtigen Rolle als Bundeskanzler eine Zwangsoffenlegung der Namen aller Menschen fordert, die „sich sich kritisch mit unserem Land und unserer Gesellschaft auseinandersetzen.“ Kritik nur noch mit Nummernschild, oder wie ist das zu verstehen? Wer Hass und Hetze im Netz verringern will, der sollte sich selbst mit Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung zurückhalten – und lieber ganz konkret die AfD und ihre Diskurse bekämpfen statt diese in die demokratische Mitte zu heben und zu normalisieren.

Das sind unsere Themen im Fleckenhörer heute:
+++ Großer Erfolg: Über 450 Besucherinnen und Besucher beim Wärmepumpen-Infotag – Reges Interesse an Heizungstausch
+++ Der Igel durch Lebensraumverlust und Umweltgifte schon jetzt auf der Roten Liste.
Landtagspetition von BUND und NABU fordert landesweites Nachtfahrverbot von Mährobotern und weitere Maßnahmen zum Schutz von Igeln
+++ Interview von Simon mit Folarin Omishade, der ein AfroGospel-Konzert am 24. April veranstaltet

Musik:
Ausgestorben (Berlin)
Night Punch (Hamburg)
Draümar (Norwegen)

FLECKENHÖRER vom 20.10.2025

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 20. Oktober 2025. Die Ratsversammlung der Stadt Neumünster hat vor kurzem eine Kürzung unserer Zuschüsse um 5% ohne weitere Absprachen beschlossen. Auch wenn bekannt ist, dass es in ganz Deutschland das Problem der unterfinanzierten Kommunen gibt, lehnen wir eine Budget-Kürzung nach dem TINA-Prinzip (“There Is No Alternative”) ab. Das Freie Radio Neumünster möchte zu dem Thema Budget-Kürzung für soziale und kulturelle Initiativen eine Sondersendung machen.

Welche Konsequenzen hat die Budget-Kürzung für Eure Arbeit? Welcher Schaden wird dadurch angerichtet? Wir wollen Vereinen in Neumünster die Möglichkeit geben, ein paar grundlegende Einschätzungen zu teilen und falls gewünscht die Konsequenzen öffentlich in dieser Sondersendung zu beschreiben. Wir wollen es nicht zulassen, dass der Begriff “Solidarität” so umgedeutet wird, dass er ein braves und stilles Abnicken von Beschneidungen unserer Arbeit bedeutet. Wir sollten uns stattdessen solidarisieren, um Kürzungen der Finanzierung unserer Arbeit, die für unsere Gesellschaft wichtig ist, zu verhindern.

Lasst uns eine öffentliche Diskussion dazu anstoßen, die das Problem der Finanzierung sozialer und kultureller Projekte beleuchtet.

Die Themen im Fleckenhörer heute:
+++ BUND SH sagt: Minister Schwarz gefährdet mit schädlicher Grünlandpolitik Klima- und Wasserschutz in Schleswig-Holstein
+++ Gemeinsam gegen den fossilen Irrweg: CCS-Gesetz stoppen. Echte Klimaschutzlösungen jetzt.
+++ 25 Jahre Toleranz und Zivilcourage e.V.: Eine Feier im neuen AJZ Neumünster

Musik:
Lombego Surfers (Basel/Schweiz)
Denuit (Montpellier/Frankreich)
Hante (Paris/Frankreich)

FLECKENHÖRER vom 11.08.2025

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 11. August 2025! Heute ist der Fleckenhörer wie immer etwas vermischt. Ich bringe ein wenig Festivalstimmung vom Wutzrock am Eichbaumsee in Hamburg-Allermöhe mit, einem der ältesten nicht-kommerziellen Festivals Deutschlands – mit freiem Eintritt, klarer politischer Haltung und einem vielfältigen Programm aus Punk, Hip-Hop, Ska, Rock, Poetry Slam, Infoständen und großem Kinderfest. Wie es oft so ist, konnte ich viele der angebotenen Bands nicht sehen, aber vom Zelt aus hören. Absoluter Spaßfaktor an dem Wochenende. Worauf ich gut hätte verzichten können, ist das ##### ####### vom Zelt gegenüber, der meinte in eine Flasche pinkeln zu müssen. Punk hin oder her – seinen Pimmel auf einem Festival rauszuholen gehört sich einfach nicht. Es sei denn, es sind Aufkleber mit der Aufschrift „Du bist so 1 Pimmel“.

Ich wünsche euch heute einen schönen Tag des Weizens und damit meine ich nicht das schöne Kaltgetränk, das viele auch hier im Norden lieben. Nein, heute ist tatsächlich der Ehrentag für die Pflanzenarten der Süßgräser aus der Gattung Triticum, die wir gerne als Brot verspeisen. Und damit genug Vorgeplänkel.

Unsere Themen heute im Fleckenhörer:
+++ Interview von KAST e.V. mit der Kieler Band Denkedrans
+++ Gewerkschaft klagt „Büfett-Gier“ in Restaurants an: Auch in Neumünster landen Berge von Essen in der Tonne
+++ BUND Schleswig-Holstein meint: Olympia bringt mehr Schaden als Nutzen

Musik:
Trümmerratten (Hamburg)
Die Denkedrans (Kiel)
Tyna (Hamburg)
Imprison (Ukraine)

FLECKENHÖRER vom 16.06.2025

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 16. Juni! Gestern endete die Holstenköste 2025. Die Polizei berichtet, dass sie 240.000 Besucher*innen angelockt hat. Das für mich schönste Ereignis war sicherlich der Auftritt der Band Quiet Girl aus Lübeck auf der Jungen Bühne. Bei strahlendem Sonnenschein und sehr angenehmen Temperaturen blieb es wohl weitgehend friedlich und es gab wenig Streit und Krawall. Hoffentlich war das Fest auch okay für die Wildbienen, die vor dem Rathaus ihre Nistplätze haben. Wer aufmerksam durch die Stadt geht, hat sie vielleicht schon entdeckt: kleine, helle Sandhaufen in den Pflasterfugen auf dem Rathausvorplatz und vor den Arkaden. Hier haben Wildbienen und Sa
ndwespen ihre Nester gebaut. Die Tiere graben senkrechte Röhren in den Fugen zwischen den Pflastersteinen und legen dort ihre Eier ab, teilte die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Neumünster mit. Offensichtlich sollen die Tier aber durch das Laufen auf diesen Flächen oder auch gelegentliches Fegen nicht beeinträchtigt werden. Ich würde es den kleinen Insekten wirklich wünschen.

Es gibt laute Krisen aktuell wie im Gaza, Israel oder Iran – es gibt aber auch leise Krisen. Einsamkeit ist beispielsweise eine leise Krise. Laut aktuellen Studien fühlen sich fast 40 Prozent der Menschen in Deutschland zumindest zeitweise einsam – mit gravierenden gesundheitlichen Folgen. So kann Einsamkeit ähnlich schädlich sein wie 15 Zigaretten täglich. Besonders betroffen sind junge Erwachsene, Ältere, Alleinerziehende und Menschen in unsicheren Lebensverhältnissen. In der Lübecker Innenstadt versammelten sich gestern rund 100 Menschen, um unter dem Motto „Aus der Einsamkeit in die Verbundenheit“ deutlich zu machen: Einsamkeit ist keine Privatsache, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Die Teilnehmer*innen forderten eine deutliche Stärkung der psychotherapeutischen Versorgung, flächendeckende Prävention und eine entstigmatisierende gesellschaftliche Aufklärung. Super Sache, finde ich.

Unsere Themen heute:
+++ Neumünster muss vom „Wohnungsbau-Turbo“ profitieren
+++ BUND SH plädiert für Moore, Grünland und weniger Dünger für eine klimaneutrale Landwirtschaft
+++ Gassi gehen gegen Rechts! Bunter Protest gegen den AfD-Landesparteitag in Henstedt-Ulzburg
+++ Sonderführung „Frauen aus der Stadtgeschichte“

Musik:
Foll Fies (Kiel)
Coba (Kiel)
Béton Armé (Kanada)
Gee Tee (Australien)

FLECKENHÖRER vom 16.12.2024

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 16. Dezember 2024. Der Samstagabend stand dieses Mal ganz im Zeichen des AJZ. Das Autonome Jugendzentrum an der Friedrichstraße öffnete zum letzten Mal seine Türen und alle, alle, wirklich alle kamen. Leute, die wahrscheinlich 1972 bereits am Tresen lümmelten und Leute, die das AJZ vielleicht aus den 90er Jahren gut kennen. Fünf Punkbands mit Neumünsteraner Ursprüngen gaben sich das Mikro in die Hand, wobei eine Band das Konzert sogar als Abschiedskonzert nutzte. Die Band Schaisze verkaufte an dem Abend ihr letztes Album „endlich h​ö​rt die schaisze mal auf“ in Form von Tapes, die auf 22 Stück limitiert waren und die es nur am 14. Dezember im AJZ Neumünster zu kaufen gab.

In der AJZ gibt es sie noch, die guten alte Zeiten. Bier 1,90 €, Eintrittsempfehlung am Eingang: 5 € als Spende deklariert, wohlgemerkt für 5 Konzerte.

In der Politik wird gekauft, was das Zeug hält, damit man gut Friend ist mit den Unternehmen und den Superreichen. Keine Partei hat in diesem Jahr so viele Zuwendungen über 35.000 Euro bekommen wie das BSW. Die Summe der Großspenden liegt rund 40 Prozent über jener der CDU. Insgesamt über 5 Millionen Euro Spenden erhielt die durch und durch undemokratisch aufgebaute Organisation BSW. Man sollte sie besser Sekte nennen. „Dieser Politikerkauf durch zahlungskräftige Interessengruppen und Superreiche muss verboten werden.“ sagte Sahra Wagenknecht am 24. August 2021. Achja. Politiker. Ich bin ihre despektierliche Sicht auf große Teile der Bevölkerung leid. Ich bin ihre Vereinfachung und ihre Lügen leid. Ich bin es leid, Menschen zu sehen, die sich größtenteils um sich selbst drehen.

Unsere Themen heute:
+++ „Weihnachtsgeld-Check“ sollten auch Azubis und Mini-Jobber in Neumünster machen
+++ Northvolt: BUND SH kritisiert Geldverschwendung zu Lasten der Natur und der Steuerzahler
+++ Gelbe Hand: IG BAU sucht kreative Ideen gegen Rechts
+++ Film „ANTIFA – Schulter an Schulter. Wo der Staat versagte“

Musik:
Schaisze (Neumünster)
Atonal (Freiberg)
Assel Terror (Lunzenau)
Detlef (Köln)

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