In dieser Schmökerstunde stellen Sabine und Manfred wieder zwei Bücher vor, die unterschiedlicher nicht sein können.
Der Krimi von Trude Teige „Der Junge, der Rache schwor“ geht über einen bloßen Krimi hinaus, denn Trude Teige hinterfragt darin gesellschaftskritisch den Umgang mit den Opfern, die in Kinderheimen einst Gewalt erfahren haben, und die Haltung der Politik hinsichtlich der Entschädigung für das erlittene Unrecht. Dass Trude Teige selbst als Journalistin arbeitet, dürfte es ihr leicht gemacht haben, mit ihrer Protagonistin Kajsa Coren eine TV-Reporterin auf Recherchetour zu schicken.
Kajsa geht beruflich aktuell dem Thema Misshandlungen in Kinderheimen auf den Grund. Sie ahnt nicht, dass sich ihre Recherchen bald schon mit den Mordermittlungen kreuzen …
„Der Junge, der Rache schwor“ ist harte Kost, aber gleichzeitig so spannend und voller Atmosphäre, dass man dieses Buch nur schwer weglegen kann.
Der Roman von Sarah Kuttner „Mama & Sam“ warnt vor Love Scamming
Sarah Kuttners Mutter ist Opfer von Love Scamming geworden, einer Betrugsmasche, bei der Täter durch gefälschte Online-Profile emotionale Bindungen aufbauen, um an das Geld ihrer Opfer zu gelangen. Davon erzählt die Moderatorin in ihrem Roman „Mama und Sam“.
Einen großen Teil des Buches „Mama & Sam“ nehmen die authentischen Chat-Nachrichten ein, welche die Mutter und Sam über die Monate austauschen. Sarah Kuttner beschreibt, wie ein solches Love Scamming im Detail abläuft, auf welche Probleme und Widerstände Freunde und Angehörige stoßen und welche Möglichkeiten sie haben, vielleicht doch noch etwas zu bewegen.
Entlang des Schicksals der Mutter verhandelt Sarah Kuttner außerdem eine ganze Reihe Themen zwischen den Generationen: Was haben Kinder und Eltern für Erwartungen voneinander? Wie sehr sollten sich Angehörige einmischen ins Leben anderer? Wollen wir wissen, was uns per Abstammung nahe stehende Menschen tatsächlich über uns denken? Wie schmerzhaft ist es, zurückzubleiben, wenn ein Mensch stirbt, und wie geht man um mit der ungewollten Intimität des Nachlasses?