68er Bewegung. Neumünsters Jugend geht auf die Straße

Foto von den Bildungsprotesten in Neumünster (Foto: Walter Erben)

Vom 25. Mai bis 25. November 2018 ist im Museum “Tuch + Technik” in Neumünster die Ausstellung “68er Bewegung. Neumünsters Jugend geht auf die Straße” zu sehen. Wir haben dazu mit der Leiterin Astrid Frevert gesprochen. Zu sehen sind Eindrücke von den Protesten in Neumünster 1968 und in der Zeit danach. Auch ihre eigenen Eindrücke von der 68er Bewegung und zu heutigen, oft wieder rückwärtsgewandten, Debatten über den Feminismus waren Thema im Interview.

Ankündigung der Ausstellung:

“Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren!” – Kein anderer Protestruf steht mehr für die 68er Bewegung. In Berlin, Frankfurt, München und vielen anderen Universitätsstädten der damaligen Bundesrepublik machten Studenten ihrem Unmut laut und nachhaltig Luft. Ihre Demonstrationen galten den verkrusteten Gesellschaftsstrukturen im Deutschland der 1960er Jahre und fanden starke Auswirkungen auf die politische Kultur der späteren Jahrzehnte.

Auch in Neumünster  hatte die Studentenbewegung ein Echo: Anfang der 1970er Jahre ziehen Hunderte Jugendliche durch die Innenstadt, um Schulraumnot und Lehrermangel anzuprangern. Ebenso heftig engagieren sich junge Menschen für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum. Mit Erfolg: Nach Protesten und zähen Verhandlungen kann 1972 die Aktion Jugendzentrum Neumünster (AJZ) die Räume eines ehemaligen Kinos übernehmen. Auch für die Unterzeichnung der Warschauer Verträge (Dezember 1970 unterzeichnet, Mai 1972 ratifiziert) ziehen junge Neumünsteraner durch die Stadt zum Rathaus. Und vor der Holstenhalle zeigt die junge Staatsmacht Größe hoch zu Ross: Gegen eine überschaubare Gruppe junger Sympathisanten, die kleine Fahnen mit Hammer und Sichel schwenken, wird die Reiterstaffel Schleswig-Holstein eingesetzt.

Der damalige Pressefotograf Walter Erben war mit seiner Kamera dabei, wenn auf den Straßen der Stadt “Protest!” gerufen wurde. Seine Fotos sind vor Ort entstanden und zeigen, dass die 68er Bewegung auch in Neumünster so manchen Stein ins Rollen gebracht hat. 


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