Oidoxie-Konzert in Neumünster – Combat 18 ist doch verboten?

Protest gegen die “Titanic” im Jahr 2012. Foto: BgR

Bald steht die Combat-18-Szene vor der Haustür, und zwar hier in Neumünster. Oidoxie hat sich für den 15. Februar in der Nazikneipe “Titanic” in der Wippendorfstraße angesagt. Laut einem Flyer, der in der Szene kursiert, ist die Veranstaltung öffentlich. Es wird Eintritt verlangt und ein Einlass ist angegeben.

Nach dem Konzert am 16. November 2019 in der “Titanic” will die Neonazi-Szene in Schleswig-Holstein offenbar mit Rechtsrock an Attraktivität gewinnen. Bereits 2003 berichtete Andreas Speit, dass der Vorgänger der “Titanic”, der braune Club 88, Rechtsrock-CDs produziert, auf denen jugendgefährdende Inhalte vorhanden waren. Unter anderem auch das Lied “Staatsschutz” von Oidoxie. Der Sampler “Club 88 – The very last resort” wurde dann im Jahr 2008 aufgrund von Verherrlichung oder Verharmlosung des Nationalsozialismus und/oder aufgrund rassistischer Inhalte indiziert. Das geht aus einer Anfrage der Abgeordneten Petra Pau von den LINKEN im Bundestag hervor. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) hatte Oidoxie damals im Jahr 2003 angezeigt, da sie in einem illegalen Neonazi-Video „Kriegsberichterstatter“ das verbotene „Hakenkreuz“-Lied gecovert hatten: „Hängt dem Adolf Hitler den Nobelpreis um (…) hisst die rote Fahne mit dem Hakenkreuz“.

Geriert sich oft als harmloser Veranstaltungsort für Schlagerfuzzys: “Titanic” in Neumünster

Im April 2003, genauer gesagt, am 5. April, waren dann mehrere Bandmitglieder von Oidoxie bei einem Neonazikonzert in Neumünster-Wittorf (wir berichteten). Namentlich erfasst wurden bei einer Kontrolle Marko Gottschalk, der Sänger. Aber auch das Umfeld von Oidoxie war da, so z.B. Olaf W. und Kai Sager, der bei der Rechtsrockcombo Timebomb spielte.

Wir sprachen über die Situation mit Tim Gijsemans vom Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Kiel.


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