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FLECKENHÖRER vom 20.07.2026

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 20. Juli 2026! „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ So lautet ein bekannter Sponti-Slogan aus den 70er Jahren, der fälschlicherweie Bertold Brecht zugeschrieben wird. Genutzt haben ihn am Wochenende die Aktivist*innen der Aktion Sylt. Die Aktion Sylt ist ein von Freiwilligen organisiertes politisches Protestcamp. Auf der bonzigsten Insel Deutschlands blasen die Punks seit 5 Jahren zum Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit und kritisieren die ungerechte Verteilung von Reichtum, den Ausverkauf der Insel und das politische System, das solche Zustände zulässt.

Jetzt haben die Betreiber des Protestcamps erneut einen juristischen Erfolg erzielt. Nach mehreren Entscheidungen des Verwaltungsgerichts ist das Camp als geschützte Versammlung anerkannt. Auch eine Beschwerde des Kreises Nordfriesland vor dem Oberverwaltungsgericht blieb ohne Erfolg. Die Aktivistinnen und Aktivisten sehen sich durch die Urteile in ihrem Protest bestätigt und werfen den Behörden vor, politisch motiviert gegen das Camp vorzugehen. Zugleich rufen sie dazu auf, weitere Protestcamps zu organisieren und den öffentlichen Raum für politische Aktionen zu nutzen. In diesem Sinne: Recht auf Stadt heißt Recht auf Insel und Recht auf Wiese! Aktion Sylt sind wir alle!

Unsere Themen im Fleckenhörer heute:
+++ Kritik an der Digitalstrategie der Gesundheitsministerin Warken durch die Kassenärztliche Vereinigung
+++ „Bremsenfallen“ sind überflüssig und leisten wahrscheinlich einen illegalen Beitrag zum Insektensterben
+++ Vernichtungsverbot für Textilien und Schuhe gilt seit 19. Juli: Zahlreiche Ausnahmen lassen es zum Papiertiger werden

Musik:
The Baby Seals (UK)
The Bombpops (USA)
Ersatzkopf (Darmstadt)
Danger Dan + Igor Levit (Berlin)

FLECKENHÖRER vom 08.12.2025

Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 8. Dezember 2025. Morgen am Dienstag, den 9. Dezember 2025 sitzt der afroamerikanische Journalist Mumia Abu-Jamal 44 (!) Jahre für einen untergeschobenen Polizistenmord in Haft. Mumia hat als Journalist bereits vor Jahrzehnten über Konzernherrschaft, autoritäre und rassistisch motivierte Repression sowie tödliche Polizeigewalt in den USA berichtet und diese kritisiert, als seine Kolleg*innen sich dem vorgegebenen Mainstream z.T. freiwillig unterordneten. Als ehemaliger Pressesprecher der Black Panther Party wusste und weiss er sehr genau, wozu die Vertreter*innen der White Supremacy in den USA fähig sind. Von Erblindung bedroht, von zahlreichen unbehandelten Alterserkrankungen betroffen, hört er nicht auf, eine Stimme der Unterdrückten in den Todestrakten und Isolationsgefängnissen der USA zu sein. Stärken wir Mumia, stärken wir die kämpfenden Gefangenen in den USA! Falls uns wer in Berlin hört: Vor der US Botschaft in Berlin am Pariser Platz 2, nahe dem Brandenburger Tor findet morgen eine Kundgebung für Mumia statt!

Und was machen die Rechten? Die rechtsextreme Terrorzelle von Fehmarn bestehend aus vier Teenagern im Alter von 15 bis 17 Jahren hatte zwar Videos mit Anschlagsszenen konsumiert, aber der Vorwurf einer schweren staatsgefährdenden Straftat wurde nun fallengelassen. Die Leitende Staatsanwältin bezeichnete die jungen Männer, die Waffen und Sprengstoff hergestellt hatten, etwas verniedlichend als „sehr experimentierfreudige jugendliche Beschuldigte“ und Innenministerin Magdalena Finke sprach von „Kinderzimmerradikalisierung“. Hier besteht anscheinend noch die Vorstellung, Jugendliche in dem Alter würden noch im Kinderzimmer sitzen und mit Chemiebaukästen spielen.

Die Themen im Fleckenhörer heute:
+++ Aus dem Innen- und Rechtsausschuss: Vorfall im Abschiebeknast Glückstadt
+++ Zwischen Kreuz und Hakenkreuz: Rolle der Pastoren in der NS-Zeit (Vortrag von Dr. Helge-Fabien Hertz bei Sinti Union)
+++ Ärzte im Nationalsozialismus: KVSH zeigt Ergebnisse einer jahrzehntelangen Forschungsarbeit

Musik:
Panic Shack (UK)
ShitKid (SE)
DEATHXSQUAD (F)
Pisse (BRD)

11 6 11 7: Wer steckt hinter der Corona-Telefonnummer?

Elf 6, elf 7 — diese Telefonnummer sollt ihr anrufen, wenn Ihr Corona-Symptome an Euch feststellt oder einem oder einer Infizierten blöderweise viel zu nah gekommen seid oder aus einem Risikogebiet eingereist seid. Hinter dieser Telefonnummer steckt die Kassenärztliche Vereinigung, die dann alles weiter Nötige bis hin zum testen auf die Infektion veranlassen sollte. Sönke Jahn hat mit dem Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein in Bad Segeberg telefoniert, mit Nikolaus Schmidt, um sich von ihm das Prozedere hinter der Notfalltelefonummer erklären zu lassen.

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