Aufruf: “Widerstand im Nationalsozialismus und was wir davon lernen können”

Wir verbreiten hier einen Aufruf für ein interessantes Radioprojekt. Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme ist auf der Suche nach jungen Menschen, die von Mitte März bis Mai 2017 mitmachen:

Teilnehmer*innen gesucht: Junge Erwachsene zwischen 16 – 25 Jahre.

Stimme erheben, Stimmen bewahren: Ein Radioprojekt. Widerstand im Nationalsozialismus und was wir davon lernen können.

>>> Link zum Flyer

Anmeldefrist ist der 24.02.2017

Das Projekt umfasst 10 Seminartage in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Teilnehmer*innen müssen darüber hinaus bereit sein, ggf. Rechercheaufträge oder ähnliches zwischen den Präsenztagen zu erledigen.

Die Seminartage verteilen sich wie folgt: 13.-17. März 2017 (Schulferien), 15. und 16. April 2017, 1.-3. Mai 2017 Forum “Zukunft der Erinnerung” und Gedenkveranstaltungen

Die Teilnahme ist kostenfrei. Für Verpflegung während der Seminartage ist gesorgt. Gesucht werden 16 junge Erwachsene Projektteilnehmer*innen zwischen 16 – 25 Jahren!

Die eigene Stimme erheben, widerständig bleiben, kämpfen, wenn einem Unrecht begegnet, das ist vielen von uns ein wichtiges Anliegen. Doch angesichts globaler Ungerechtigkeiten und des Erfolges rechter Parteien weltweit müssen wir uns die Frage stellen: “Wie?” Oft wissen wir jedoch nicht, was wir verändern können und wo wir anfangen sollen.

Um uns mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, richten wir den Blick auf die Geschichte und erfahren, auf welche unterschiedliche Arten und Weisen Menschen widerständig waren.

In der Zeit des Nationalsozialismus gab es unterschiedlichste Formen von Widerstand gegen die Ideologie der Nationalsozialist*innen und gegen Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung vieler Menschen(gruppen) in Deutschland und überall auf der Welt. Während ein Großteil der deutschen Bevölkerung die nationalsozialistische Ideologie entweder zustimmend übernahm oder als Zuschauer*innen und Mitläufer*innen die Durchsetzung
dieser Ideologie beförderten, gab es immer auch Menschen, die auf unterschiedliche Weise resistent blieben oder aktiv dagegen kämpften. Es wurden Widerstandsgruppen gebildet, politische Flugblätter, Lieder und
Geschichten geschrieben, Verfolgten bei der Flucht geholfen, sabotiert, informiert und vieles mehr. Ob Ungehorsam, bewaffneter Kampf, Verweigerung oder Solidarität: Jeder und jede hatte Handlungsspielräume, auch im
Nationalsozialismus. Und jeder Mensch trug damit auch Verantwortung für sein Handeln.

Die Einbeziehung einer Vielzahl unterschiedlicher Formen von Widerstand erweitert den Blick auf Handlungsoptionen und gibt eine ermutigende Antwort auf die Frage, ob ein Einzelner/eine Einzelne überhaupt etwas ausrichten könne. Wir fragen uns: Wie können wir unser Wissen über den Nationalsozialismus und die Opposition gegen ihn in unserer alltäglichen, widerständigen Praxis einbinden? Welche Inspirationen und Denkanstöße können wir aus der Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Biografien, Geschichten, Erinnerungen von und über Widerstand im Nationalsozialismus ziehen? Welche Möglichkeiten haben wir, unsere Stimme zu erheben? Wo können wir Bezüge zur Gegenwart ziehen, die für unsere Analyse heutiger Angriffe auf die Demokratie, die Missachtung von Menschenrechten und Gewalt gegen Andersdenkende hilfreich sind? Wie gehen wir mit Wahlerfolgen
rechtspopulistischer Bewegungen weltweit um? Welche Antwort haben wir auf rassistische Hetze und gewalttätige Übergriffe gegen Geflüchtete? Und können wir so unterschiedliche Zeiten überhaupt vergleichen?

Unsere Recherchen und Auseinandersetzungen mit all diesen Fragen und Themen werden wir in der Produktion verschiedener Radiofeatures festhalten. Die einzelnen Hörstücke werden von kleinen Teams als Audioreportagen, Hörbücher oder Soundcollagen angefertigt. Als Material können historischen Originalaufnahmen, nachgesprochene Texte, Musik, Geräusche, Interviewzitate oder Audioausschnitten dienen.


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