Audiothek

Infomagazin vom 22. Februar 2018

Themen: Fracking im Norden | Vom Schmerzmittel zum Heroin - Opiatkrise in den USA | Straßenumfrage zum Radio / Ankündigung Kultursendung | Veranstaltungstipp: "hinterfragen. vernetzen. agieren."

Vorerst kein Denkmal für ermordete Roma und Sinti in Neumünster

Am 13. Februar 2018 tagte die Ratsversammlung in Neumünster. Neben so wichtigen Punkten wie einem Tierheim in Wasbek, das die Stadt 67.000 € im Jahr kostet, ging es auch um Erinnerungskultur. Der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie hatte dazu im September 2017 eine Vorlage erarbeitet, die nun behandelt werden sollte. Wir dokumentieren hier die Geschehnisse in der Ratsversammlung.

Heimwerken im Selbstversuch

Heimwerken  - ein Wort, hinter dem sich allerdhand verbergen kann. Seit die Wandfarben klingen wie Übungen für autogenes Training und der Haushandwerker sich auf Messen und in Workshops des Baumarktes seines Vertrauens weiterbilden kann, gehört Heimwerken zum guten Ton jedweder Gesellschaftsschicht. Unsere Autorin Christiane Herty hat einen Selbstversuch gestartet.

“Weinstein” – Ein Super8 Spielfilm aus Kiel

Die Filmgruppe Laterna, die in Kiel-Gaarden zu Hause ist, entstand 2003: ein paar Menschen lassen sich hinreißen von dem Filmformat Super8. Es wird verschiedenes Filmmaterial getestet, Lichtverhältnisse berücksichtigt, Raum visuell erkundet, Kameras werden erprobt und verglichen - der Spaß mit dem analogen Filmmaterial wird zur Obsession. Nachdem der erste Super8 schwarzweiß Film belichtet, entwickelt, und von einem Projektor auf eine Leinwand geworfen wurde, stand der Entschluss fest: mit diesem Material muss man Spielfilme machen! 2009 hat die Filmgruppe ihren ersten Film „Neila“ vorgestellt, jetzt liegt der 2. Neunizigminütige Film „Weinstein“ vor.

Infomagazin vom 15. Februar 2018

Vorerst keine Gedenkstätte für ermordete Roma und Sinti in Neumünster | Heimwerken als Selbstversuch | “Weinstein” – Ein Super8 Spielfilm aus Kiel

“Ein Mann im Zug” – eine Multifinalgeschichte

Ein Mann steigt in einen Zug und schlägt die Zeitung auf. Auf den weiteren Verlauf hat das Publikum in der musikalischen Lesung am 10. Februar im KDW in Neumünster einen erheblichen Einfluß. Akustische Gitarre, Gesang und gelesener Text sind die Mittel des Abends, dessen Ausgang durch die Mehrheitsentscheidungen des Publikums bestimmt wird. „Der Arbeitstitel für den Abend lautet Multifinalgeschichte“, sagen Simon und Christiane, die sich das Veranstaltungsformat ausgedacht haben. „Eigentlich ist das etwas sperrig. Trotzdem trifft es den Kern der Sache auf den Punkt.“

Zeitgeschichtliche Forschung in Neumünster

Dr. Alfred Heggen ist für seine zahlreichen zeitgeschichtlichen Forschungen über Neumünster bekannt. Im Interview mit Ingo Schumann berichtet er über ein neues Buchprojekt, das im nächsten Jahr erscheinen soll. Aber auch alte, nur noch antiquarisch erhältliche Publikationen von Herrn Heggen wie das "Projekt Zeitgeschichte Neumünster" erhalten gerade wieder neue Aktualität, es gab beispielsweise auch in Neumünster einen Arbeiter- und Soldatenrat. Gerade im Jahr des Matrosenaufstands von Kiel sollte dieser Vereinigung vielleicht ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wer mehr über die spannenden Buchprojekte von Herrn Dr. Heggen erfahren möchte, dem empfiehlt sich auch ein Gang zur Stadtbücherei Neumünster. Dort ist beispielsweise die Dokumentation "Neumünster im Zeichen des Hakenkreuzes" zu den Jahren 1933/1934 erhältlich.

Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen

Fast alle kennen die Namen der NSU-TerroristInnen, kaum jemand allerdings die der Opfer der Mordserie - die Perspektive der Angehörigen findet in den Medien kaum Beachtung. Daher stehen bei der Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" die Biografien der zehn Mordopfer im Mittelpunkt. Darüber hinaus setzt sie sich mit den Verbrechen des NSU, den Bombenanschlägen und zahlreichen Banküberfällen, sowie der Neonaziszenen, aus denen der NSU hervorging, auseinander. Analysiert werden zudem Gründe, warum die Mordserie so lange unaufgeklärt blieb. Neumünsteraner Antifaschist*innen, der Verein für Toleranz & Zivilcourage und die Schüler*innenvertretung der Gemeinschaftsschule Faldera haben diese Ausstellung für drei Wochen in unsere Stadt geholt: Eröffnet wurde sie im DGB-Haus in der Carlstraße 7 am Sonntag, den 04.02.2018, um 18 Uhr mit einem Vortrag des Rechtsanwalts Dr. Björn Elberling, Nebenklagevertreter beim NSU-Prozess in München, den wir hier dokumentieren.

Infomagazin vom 1. Februar 2018

Multifinalgeschichte - Interview mit Christiane Herty | Gedenktag an Opfer des Nationalsozialismus 2018 in Neumünster | NSU-Prozess - Beobachtungen beim Prozeß / Ausstellung in Neumünster

Gedenktag an Opfer des Nationalsozialismus 2018 in Neumünster

Anlässlich des bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und dem internationalen Holocaust-Gedenktag, wurde auch am 27. Januar 2018 in Neumünster daran erinnert und gemahnt. Die unvorstellbaren Verbrechen, die Deutsche und ihre Helfer vor allem zwischen 1941 und 1945 systematisch umsetzten und den Tod von ca. 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens und vielen weitere Millionen Frauen, Männern und Kindern bedeuteten, sollen niemals vergessen werden. Wir dokumentieren an dieser Stelle die Rede zur Gedenkveranstaltung am Rathaus Neumünster vom vergangenen Samstag. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras erinnerte an die verschiedenen Opfer u. a. Homosexuelle, die gezielt verfolgt, gefoltert und ermordet wurden. Er verwies auch auf die aktuelle Situation und die Herausforderungen, die es in Neumünster in der Auseinandersetzung mit menschenfeindlichen Gedankengut gibt.