Alle hoffen auf den Streetworker

Symbolbild (CC BY-SA 2.0, https://flic.kr/p/dQV5xN)

In der Ratsversammlung am Dienstag den 18. Juni hat die Ratsfraktion des Bündnis für Bürger (kurz BFB) die  Vorlage “0076/2018/An” eingebracht. Ziel war es, die Verwaltung prüfen zu lassen, wie der Einsatz von Streetworkern in Neumünster realisiert werden kann. Laut Vorlage soll dabei geprüft werden, wo in der Stadt Bedarf für den Einsatz von Streetworkern besteht, bei welchem Fachdienst Streetworker am Besten angesiedelt werden können und welche Anzahl an Streetworkern in Neumünster benötigt wird. Der BFB möchte das Prüfergebnis bis zur Sommerpause vorliegen haben und fragte dazu an, wie das “Projekt Streetworker” schnellstmöglich umgesetzt werden kann.

Seit Herbst 2017, zuletzt am 30.11.2018, hatte sich das Bündnis für Bürger mit diesem Thema befasst. Es wurden Gespräche mit Teilen der Verwaltung und der Polizei zum Thema Streetworker in Neumünster geführt, mit dem Ergebnis, dass ein Bedarf für Streetworker auch von Seiten der BFB-Gesprächspartner nicht auszuschließen war. Laut BFB eskaliere die Situation in der Stadt, vorwiegend in Rencks Park, zunehmend aber auch hinter der Vicelinkirche immer mehr. Entsprechende Presseberichte würden sich gerade in den letzten Wochen häufen. Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst (kurz KOD) hätten zu Jugendlichen, die gewaltbereit sind oder sich nur schwer in die Gesellschaft integrieren können bzw. wollen nicht den Zugang, den Streetworker durch ihre aufsuchende Sozialarbeit haben. Damit sei aus Sicht des BfB der Einsatz von Streetworkern zur Deeskalierung der Situation eine erfolgversprechende Option.

Noch einmal zur Erläuterung zum Ergänzungsantrag der LINKEN. Sie forderten darin die Verwaltung auf, ein Konzept für die Streetworker zu entwickeln, mit dem Ziel über die Strukturen der rechten Szene in Neumünster aufzuklären. Weiterhin sollten die Streetworker über Musik und Symbole der rechten Szene geschult werden.

Die Begründung lautete: Neumünster sei  ein „sozialer Brennpunkt“, und somit besonders anfällig für rechte Parteien. Die Wahlergebnisse bei der Kommunal­wahl 2018 und der Europawahl 2019 würden das bestätigen.

Der Änderungsantrag der LINKEN wurde also zurückgenommen, denn es war klar, dass die LINKE dafür keine Mehrheit bekommen konnte. CDU, Grüne, FDP, und NPD hatten dagegen gestimmt. Die LINKE hat derweil angekündigt, den Antrag losgelöst von dem des BFB neu zu stellen. Die aktuelle Entwicklung in Neumünster mache ihnen Sorgen, so Ratsherr Jonny Griese.


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