Aufarbeitung der Europäischen und Deutschen Kolonialgeschichte in Schleswig-Holstein

Neokolonialismus. Foto: foundin_a_attic (CC BY 2.0)

Soeben ist die Antwort auf eine Große Anfrage der Abgeordneten des Südschleswigschen Wählerverbands (SSW) im Landtag eingetroffen. In einer 35-seitigen Drucksache nimmt die Landesregierung Stellung zu den Fragen rund um die Aufarbeitung der Europäischen und Deutschen Kolonialgeschichte in Schleswig-Holstein.

Was Kolonialismus eigentlich ist, ist gar nicht so leicht zu beantworten, was kein Wunder ist, werden damit doch Phänomene beschrieben werden, die teilweise über 500 Jahre zurückliegen, sich während dieses Zeitraumes entwickelten und veränderten und die Interaktion von Menschen betreffen, die sehr unterschiedlichen Gesellschaften und Kulturen angehörten.

Zunächst wurde durch die Kolonialherren Landnahme und Ausbeutung durch den Gegensatz zwischen Christen und “Heiden” gerechtfertigt, später folgten biologisch-rassistische Argumente.

Es bleibt abzuwarten, ob im Rahmen des Aktionsplans gegen Rassismus des Landes auch die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte Europas als Teil von (schleswig-holsteinischer) Erinnerungskultur eine Rolle spielen soll.

Die dänische Ramboll Management Consulting soll diesen Aktionsplan umsetzen. 60.000 EURO wurden im letzten Jahr von der Landesregierung für eine Online-Umfrage ausgegeben, auf der Rambolls Studie über Linksextremismus basiert. Herausgekommen ist dabei, dass Schleswig-Holstein kein herausragendes Problem damit hat.

Interessant, dass sich unter den zivilgesellschaftlichen Akteuren, mit denen die Landesregierung im Austausch zum Thema steht, auch die Desiderius-Erasmus-Stiftung befindet, die laut eigener Aussage ideell der Alternative für Deutschland (AfD) nahe steht. Sollen solche Akteure jetzt einen Aktionsplan gegen Rassismus machen?

Der SSW fragte auch, wie es aussieht bei Einrichtungen des Landes, die den Namen von Personen tragen oder trugen, die eine koloniale Vergangenheit haben, oder bei Bestrebungen auf kommunaler Ebene, Straßennamen und Namen von Einrichtungen aufgrund der kolonialen Vergangenheit einer namensgebenden Person zu ändern. Dazu konnte die Landesregierung nichts sagen.

Die komplette Drucksache zum Nachlesen befindet sich hier: https://t.co/TkxLrBlMe6

 


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