erinnerungskultur

Erinnerung ins Land tragen! Aus- und Fortbildung an Gedenkorten in Schleswig-Holstein

An der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch startet ab dem 1. Mai die erste Reihe des Aus- und Fortbildungsprojekts „Erinnerung ins Land tragen!“ An drei Terminen können sich Interessierte für die pädagogische Arbeit an Gedenkstätten und Erinnerungsorten in Schleswig-Holstein ausbilden lassen.

Das Projekt “Erinnerung ins Land tragen!” wird u.a. im Rahmen des Programms „Jugend erinnert“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert und hat als Modellprojekt Anschubcharakter für den Aufbau neuer nachhaltiger Strukturen in der Ausbildung von pädagogischem Fachpersonal an den KZ-Gedenkstätten im Land Schleswig-Holstein insgesamt. Ich habe mit der Projektleiterin Freya Kurek gesprochen.

Ein Wort zur Gedenkstättenlandschaft in Schleswig-Holstein

In vielen Regionen Deutschlands findet derzeit ein Umbruch in der Gedenkstättenarbeit statt. Ich habe mit Dr. Harald Schmid von der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten gesprochen. Die Stiftung hat einen neuen Gedenkstätten-Wegweiser publiziert. Wer kennt schon das KZ Kuhlen, welches das nationalsozialistische Regime in der Nähe von Rickling auf kirchlichem Grund ein Konzentrationslager einrichten ließ, um darin politische Gegner*innen aus KPD und SPD zu inhaftieren? Das  dürfte insbesondere den jungen Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteinern nicht viel sagen. Aus den „Ricklinger Anstalten“ wurden Ende 1941 162 weibliche Opfer der sog. „Euthanasie“ in Tod geschickt. All dies erfährt man in dem neuen Gedenkstätten-Wegweiser.

Digitale Schnitzeljagden machen “Stolpersteinrallye” möglich

Das Jugendwerk Altholstein ging vor kurzem mit einer digitalen Schnitzeljagd durch die Presse, die Kinder und Jugendliche ab dem Grundschulalter per Smartphone durchführen können. “In Neumünster können sich die Spieler auf sechs Routen entlang der Stolpersteine mit Biografien aus der NS-Zeit auseinandersetzen”. Das sagte vor kurzem der Referent für Jugendarbeit im Jugendwerk Altholstein, Björn Hattenbach, im Holsteinischen Courier. Ich hatte mir die Actionbound-App installiert, weil der Courier-Artikel mich neugierig gemacht hatte, und mit den Mitarbeitern des Jugendwerks gesprochen.

Der 8. Mai muss endlich Gedenktag werden – auch in Schleswig-Holstein!

Am 8. Mai jährt sich das Ende des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges in diesem Jahr zum 75. Mal. Und noch immer ist der 8. Mai in Schleswig-Holstein kein offizieller Gedenktag. Um auf diesen Misstand hinzuweisen, haben sich verschiedene Organisationen für die Petition “Der 8. Mai muss endlich Gedenktag werden – auch in Schleswig-Holstein” zusammengetan, um die Debatte wieder aufzunehmen. Unter anderem die Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein. Dort engagiert sich Uta Körby. Wir haben mit ihr gesprochen.