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Episoden

“Q”-Die neueste Theaterproduktion von Thomas Ebermann

“Q” ein mysteriös klingender Titel zu einem mysteriösen Stück. Ein italienisches Autorenkollektiv namens Luther Blisset schreibt einen Roman, der in der Reformationszeit spielt und Thomas Ebermann macht daraus zusammen mit seinem Koautor Berthold Brunner und einem Schauspielerensemble eine szenische Lesung, in der es um die verschiedenen Strömungen jener Zeit geht und die zum Teil nicht nur gegen den Papst, sondern auch gegen den großen Reformator Martin Luther opponieren. In unserem Interview äußert sich Thomas Ebermann über seine Lust am Theater machen und daran, das Personal in den Vordergrund zu stellen, das von der offiziellen Geschichtsschreibung oft vernachlässigt oder ganz unterschlagen wird.

Abschiebungen nach Afghanistan – Eine Gesprächsrunde

Was denken jugendliche Geflüchtete aus Afghanistan und Pakistan über das Thema “Abschiebungen” und was Passant*innen in Neumünster? Waleed, Tariq, Asfandyar und Oliver haben sich in dari (persisch), paschtunisch und deutsch darüber unterhalten und sich dazu auch auf dem Weihnachtsmarkt in Neumünster umgehört. In der 30-minütigen Sendung kamen neben den Themen Flucht und der aktuellen Situation in Afghanistan auch ihre neue Lebenssituationen oder das Thema Weihnachten zur Sprache.

Erste Demokratiekonferenz in Neumünster

Seit Kurzem erhält die Stadt Neumünster Mittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“. In ganz Deutschland werden Städte, Gemeinden und Landkreise dabei unterstützt, Strategien zur Förderung von Demokratie und Vielfalt vor Ort zu entwickeln und umzusetzen. Verantwortliche aus kommunaler Politik und Verwaltung sowie Aktive aus der Zivilgesellschaft kommen in den „Partnerschaften für Demokratie“ zusammen und entwickeln gemeinsam lokale Handlungskonzepte.

Buchcover

Wenn ich mein Leben als Kindersoldat erzählen könnte

Junior Nzita Nsuami las aus seinem autobiographischen Buch „Wenn ich mein Leben als Kindersoldat erzählen könnte“. Für das Freie Radio Neumünster hat André Herwerth die Veranstaltung besucht. In seinem einstündigen Beitrag hört Ihr hier einen ausführlichen Ausschnitt des Vortrages und der anschließenden Diskussion.

Erinnerung in Wittorf an die Todesmärsche im April 1945 (Teil II)

Bei der Aufstellung der Tafel am Samstag, den 18. November um 11 Uhr auf dem Rast­platz an der Altonaer Straße in Neumünster Wittorferfeld südlich der Einmündung der Straße „Am Hochmoor“ drängten sich ca. 50 Menschen unter einem Pavillon, um sich vor dem heftigen Herbstregen zu schützen. Wie der Erste Stadtrat Herr Carsten Hillgruber in seiner Eröffnungsrede betonte, waren die beiden Opfer nicht nur Opfer, sondern haben auch selbst Schuld auf sich geladen. Aber es ist trotzdem wichtig, sich an sie zu erinnern.

Infomagazin vom 16. November 2017

Themen: Reichsbürger, die unterschätzte Gefahr | Stolpersteine putzen – Erinnerung wachhalten | Esther Bejarano – Musikerin, KZ-Überlebende, Mahnerin | Klartext am Mikro | Todesmärsche April 1945

Stolpersteine putzen – Erinnerung wachhalten

Angesichts des aktuellen Rechtsrucks scheint es umso wichtiger, an die Lehren der Geschichte zu erinnern und der Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft zu gedenken. In Neumünster wurden stellvertretend 33 Stolpersteine verlegt. Zu den Hoffnungen, die sich an diese Gedenktäfelchen knüpfen, heißt es: “Jeder, der die Inschrift eines Stolpersteines liest, macht eine Verbeugung vor dem Opfer.”

Klartext am Mikro

Wir haben die Lesung gehört von Esther Bejarano. Trotz des ernsten Themas, wurde beim anschließenden Auftritt am 11. November 2017 in Neumünster auch viel gelacht. Vor allem Dank Kutlu Yurtseven.

Er nimmt keinen Blatt vor dem Mund, wenn er mit ihr auf der Bühne steht. Er rappt seit den 1980er Jahren und betreibt ein Label, er ist politisch aktiv und arbeitet als Sozialarbeiter, als Lehrer oder steht auch auf der Theaterbühne. Bereits 1989 hat er in Köln die “Microphone Mafia” mitgegründet, wohl eine der ersten interkulturellen Hip Hop Bands in Deutschland. Zwei Alben haben die “Mafia-Musiker” schon zusammen mit Esther Bejerano veröffentlicht und seit fast 10 Jahren touren sie zusammen. Wie diese Zusammenarbeit entstand, hat Kutlu Yurtseven an diesem Abend erzählt.

Reichsbürger, die unterschätzte Gefahr

Sind die sogenannten “Reichsbürger” ein neues Phänomen am rechten Rand oder wurden sie nur zu lange nicht beachtet? Antworten dazu liefert Herausgeber Andreas Speit bereits in seinem Buchtitel: “Reichsbürger, die unterschätzte Gefahr”. 

Am 13. November 2017 fand in Neumünster dazu die Buchvorstellung statt. Neben Speit war auch Mitautor und Journalist Carsten Janz und Arfst Wagner als Betroffener in der Buchhandlung Krauskopf zu Gast.

Wir haben die Veranstaltung live gestreamt und dokumentieren die hochinformative Veranstaltung jetzt hier in voller Länge, u.a. mit Andreas Speits Vortrag mit der Einschätzung dazu, wer sich da alles unter den zirka 15.000 Reichsbürgern tummelt. Und Carsten Janz berichtete darüber, wie sich die Reichsbürger-Szene in Schleswig-Holstein darstellt.

Esther Bejarano – Musikerin, KZ-Überlebende, Mahnerin

Es gibt nur noch wenige Zeitzeugen die uns von den Verbrechen der Nazis berichten können. Esther Bejarano wird im Dezember 93 Jahre alt. Am 11. November 2017 war sie hier in Neumünster zu Gast. Und sie hat hier an einem sehr eindrucksvollen Abend im vollbesetzten “statt theater” im Haart über ihre Erlebnisse berichtet. Sie ist Überlebende des KZ Auschwitz und des KZ Ravensbrück. Als Musikerin steht sie bis heute auf der Bühne. 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert und hatte dort das Glück im Unglück, im Mädchenorchester zu musizieren. Sonst hätte sie das wohl nicht überlebt, wie sie an diesem Abend berichtete und aus ihrem Buch vorlas.

Racial Profiling

Beim Thema rassistische Polizeigewalt denken Menschen zuerst an die USA, wo es z.B. im Jahr 2014 in Ferguson zu massiven Unruhen kam, nachdem ein weißer Polizist den unbewaffneten Schwarzen Michael Brown erschossen hatte, sich dafür aber nicht mal vor Gericht verantworten musste. Dass das Thema aber auch in Deutschland von Bedeutung ist, betont u.a. die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt, kurz KOP, die wir bei ihrer Lesung aus dem Buch “Alltäglicher Ausnahmezustand” interviewt haben. Clément vom Freien Radio sprach mit Kai von der Ortsgruppe aus Kiel und und Biplab Basu sowie Johanna aus Berlin.