nationalsozialismus

Infomagazin vom 29. März 2018

Themen: Interview Ralf Streck zu Puigdemont und O-Töne vom Sonntag / Frederick Geussenhainer – Widerstand in der NS-Zeit in Hamburg

Frederick Geussenhainer – Widerstand in der NS-Zeit in Hamburg

Um die Jahreswende 1942/1943 schlossen sich Hamburger Studenten und Intellektuelle zu einem antinazistischen Widerstandskreis zusammen, der wegen seines angeblichen Kontakts zur Münchner Widerstandsgruppe der Geschwister Scholl nach 1945 „Weiße Rose Hamburg“ genannt wurde. (vgl. VVN Hamburg: „Streiflichter Hamburger Widerstand“)
Der Beginn dieser oppositionellen Tätigkeit bestand aus Leseabenden, bei denen Bücher von Thomas Mann, Tucholsky, Brecht und sozialistische Literatur erörtetr wurden. Es war eine eher literarisch-philosophische Atmosphäre mit religiösem Einschlag und unorthodox anthroposophischem Hintergrund. Und es wurde leidenschaftlich gern Swingmusik gehört. Friedrich (alias Frederick oder Fritz) Rudolf Geussenhainer, ein „Neumünsteraner Jung“, Medizinstudent und später Assistenzarzt am Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, war einer von ihnen.

Vorerst kein Denkmal für ermordete Roma und Sinti in Neumünster

Am 13. Februar 2018 tagte die Ratsversammlung in Neumünster. Neben so wichtigen Punkten wie einem Tierheim in Wasbek, das die Stadt 67.000 € im Jahr kostet, ging es auch um Erinnerungskultur. Der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie hatte dazu im September 2017 eine Vorlage erarbeitet, die nun behandelt werden sollte. Wir dokumentieren hier die Geschehnisse in der Ratsversammlung.

Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen

Fast alle kennen die Namen der NSU-TerroristInnen, kaum jemand allerdings die der Opfer der Mordserie – die Perspektive der Angehörigen findet in den Medien kaum Beachtung. Daher stehen bei der Ausstellung “Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen” die Biografien der zehn Mordopfer im Mittelpunkt. Darüber hinaus setzt sie sich mit den Verbrechen des NSU, den Bombenanschlägen und zahlreichen Banküberfällen, sowie der Neonaziszenen, aus denen der NSU hervorging, auseinander. Analysiert werden zudem Gründe, warum die Mordserie so lange unaufgeklärt blieb.

Neumünsteraner Antifaschist*innen, der Verein für Toleranz & Zivilcourage und die Schüler*innenvertretung der Gemeinschaftsschule Faldera haben diese Ausstellung für drei Wochen in unsere Stadt geholt: Eröffnet wurde sie im DGB-Haus in der Carlstraße 7 am Sonntag, den 04.02.2018, um 18 Uhr mit einem Vortrag des Rechtsanwalts Dr. Björn Elberling, Nebenklagevertreter beim NSU-Prozess in München, den wir hier dokumentieren.

Gedenktag an Opfer des Nationalsozialismus 2018 in Neumünster

Anlässlich des bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und dem internationalen Holocaust-Gedenktag, wurde auch am 27. Januar 2018 in Neumünster daran erinnert und gemahnt. Die unvorstellbaren Verbrechen, die Deutsche und ihre Helfer vor allem zwischen 1941 und 1945 systematisch umsetzten und den Tod von ca. 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens und vielen weitere Millionen Frauen, Männern und Kindern bedeuteten, sollen niemals vergessen werden. Wir dokumentieren an dieser Stelle die Rede zur Gedenkveranstaltung am Rathaus Neumünster vom vergangenen Samstag. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras erinnerte an die verschiedenen Opfer u. a. Homosexuelle, die gezielt verfolgt, gefoltert und ermordet wurden. Er verwies auch auf die aktuelle Situation und die Herausforderungen, die es in Neumünster in der Auseinandersetzung mit menschenfeindlichen Gedankengut gibt.

Infomagazin vom 30. November 2017

Themen: Rückblick auf den Kongress Freier Radios 2017 | Plastikfrei(er)leben | Gedenktafel zum Todesmarsch 1945 | Kindersoldaten im Kongo | Film & Debatte zum Grundeinkommen

Erinnerung in Wittorf an die Todesmärsche im April 1945 (Teil II)

Bei der Aufstellung der Tafel am Samstag, den 18. November um 11 Uhr auf dem Rast­platz an der Altonaer Straße in Neumünster Wittorferfeld südlich der Einmündung der Straße „Am Hochmoor“ drängten sich ca. 50 Menschen unter einem Pavillon, um sich vor dem heftigen Herbstregen zu schützen. Wie der Erste Stadtrat Herr Carsten Hillgruber in seiner Eröffnungsrede betonte, waren die beiden Opfer nicht nur Opfer, sondern haben auch selbst Schuld auf sich geladen. Aber es ist trotzdem wichtig, sich an sie zu erinnern.

Infomagazin vom 16. November 2017

Themen: Reichsbürger, die unterschätzte Gefahr | Stolpersteine putzen – Erinnerung wachhalten | Esther Bejarano – Musikerin, KZ-Überlebende, Mahnerin | Klartext am Mikro | Todesmärsche April 1945

Stolpersteine putzen – Erinnerung wachhalten

Angesichts des aktuellen Rechtsrucks scheint es umso wichtiger, an die Lehren der Geschichte zu erinnern und der Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft zu gedenken. In Neumünster wurden stellvertretend 33 Stolpersteine verlegt. Zu den Hoffnungen, die sich an diese Gedenktäfelchen knüpfen, heißt es: “Jeder, der die Inschrift eines Stolpersteines liest, macht eine Verbeugung vor dem Opfer.”

Esther Bejarano – Musikerin, KZ-Überlebende, Mahnerin

Es gibt nur noch wenige Zeitzeugen die uns von den Verbrechen der Nazis berichten können. Esther Bejarano wird im Dezember 93 Jahre alt. Am 11. November 2017 war sie hier in Neumünster zu Gast. Und sie hat hier an einem sehr eindrucksvollen Abend im vollbesetzten “statt theater” im Haart über ihre Erlebnisse berichtet. Sie ist Überlebende des KZ Auschwitz und des KZ Ravensbrück. Als Musikerin steht sie bis heute auf der Bühne. 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert und hatte dort das Glück im Unglück, im Mädchenorchester zu musizieren. Sonst hätte sie das wohl nicht überlebt, wie sie an diesem Abend berichtete und aus ihrem Buch vorlas.

Infomagazin vom 19. Oktober 2017 (Ferienausgabe)

Neben unserer monatlichen Sendung beim FSK im Hamburger Exil produzieren wir jeweils am Donnerstag ein Infomagazin, das danach hier als Podcast und als Dauerschleife im Stream zu hören ist. Wir verwenden hierfür ausschließlich freie CC-lizenzierte Musik. Die Sendung ist ein Ort zum Üben und Ausprobieren für alle Beteiligten und auch für künftige Radiomacher_innen, die eingeladen sind, mit uns gemeinsam ein Programm für Neumünster und Umgebung zu produzieren.
Deswegen: Über Feedback oder Interesse am Mitmachen freuen wir uns!

Deportationsforschung in Neumünster

Im Juni hatten wir vom Freien Radio einen Tweet der KZ-Gedenkstätte Neuengamme gelesen und erfahren, dass da nach Erinnerungsberichten von Überlebenden der Deportation von Sinti und Roma ins Arbeitslager Belzec im Mai 1940 gesucht wurde. Wir haben dann von der im Forschungsprojekt tätigen Historikerin Dr. Kristina Vagt erfahren, dass in den nächsten Jahren ein Dokumentationszentrum mit Dauerausstellung entstehen soll, in dem die Biografien der Opfer ganz wichtig sein werden. Ingo Schumann berichtet.

Infomagazin vom 17. August 2017

Wir schalten um von monatlich auf wöchentlich. Als Vorbereitung des künftigen Programms, sind wir ab jetzt öfter zu hören. Unser Teststream läuft bereits und die Technik spielt soweit auch mit, während wir momentan noch das Redaktionsnetzwerk und das künftige Sendestudio einrichten. Neben der bisherigen monatlichen Sendung beim FSK im Hamburger Exil, möchten wir ab sofort in den Wochen dazwischen jeweils am Donnerstag ein Infomagazin produzieren, das danach hier zum Nachhören und als Dauerschleife im Stream zu hören ist. Wir verwenden momentan dafür ausschließlich freie CC-lizenzierte Musik. Inhaltlich soll die Sendung auch ein Testfeld sein, um Dinge auszuprobieren. Über Feedback oder Interesse am Mitmachen freuen wir uns! Themen der Sendung vom 17. August 2017: Deportationsforschung in Neumünster // Miljenko Jergović – Lesung & Gespräch